Ausstellungen

„SurVivArt „

survivART02__c_Robel_Temesgen_Projekt_Set_Ena_Wend_von_Robel_TemesgenDie farbenfrohen Klamotten beschmutzt vom Schlamm der Straße, setzt die Tanztheatergruppe Crown Troupe das Thema Klimawandel in virtuos getanzten Sketchen humorvoll um. Das Projekt entwickelte der nigerianische Künstler Segun Adefila nach Interviews mit Bewohnern eines Armenviertels bei Lagos. Im Anschluss an die Performance wird lebhaft diskutiert. „Was ist ein gutes Leben?“ lautet die Fragestellung der Heinrich-Böll-Stiftung, mit der sich Künstlerinnen und Künstler aus Äthiopien, Kambodscha, Birma, Nigeria und Thailand in der Ausstellung „SurVivArt“ beschäftigen. Es wurden Projekte ausgewählt, „die uns die spezifische Sicht auf Kunst und Nachhaltigkeit aus den jeweiligen Regionen nahebringen. Wo sie noch nicht existierten, wurden die Diskurse über Klimafragen, Nachhaltigkeit oder Genderrollen durch einige SurVivArt-Projekte erst angeregt“, heißt es in der Einleitung des Ausstellungskatalogs. Von bepflanzten Plastikkanistern aus dem Müll über Flechtmöbel aus Schädlingspflanzen bis zu Rollenspielen mit Schülern zum Nachdenken über die Geschlechterrollen reichen die engagierten Kunstprojekte. Nino Sarabutras filigrane Installation aus handgefertigten Porzellanschalen umschwebt mit eingeritzten Lebensweisheiten den Raum. In ihrem Dorf fragen die Leute zur Begrüßung nicht, wie es geht, sondern ob man schon Reis gegessen habe und was es dazu gebe. Ihre Schalen erinnern daran, dass unsere tägliche Nahrung zeigt, wie gut es uns geht, und dass einfache Genüsse glücklich machen können.

Text: Constanze Suhr

Foto: Robel Temesgen / Projekt Set Ena Wend

tip-Bewertung: Sehenswert

„SurVivArt „ Galerie Meinblau, Galerie Mikael Andersen, Pfefferberg, Christinenstraße 18, Prenzlauer Berg, Di–Fr 12–18 Uhr; Sa 11–16 Uhr, bis 24.2. www.survivart.org

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