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Teil 2: „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ in der Arena Berlin

Tutanchamun_Vorkammer_c_semmel_concerts_gmbh„Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ ist überaus erfolgreich. Drei identische Versionen der Schau touren mittlerweile durch die Welt, Berlin ist die 17. Station. Veranstalter ist Semmel Concerts, das Bayreuther Familienunternehmen ist ein Riese in der Konzertbranche, ein Kosmos, in dem Ägyptologie nicht mal am Rande vorkommt. Tatsächlich wollte zunächst kein Wissenschaftler etwas mit der Ausstellung zu tun haben. Disney sei das, hieß es. Heute sieht das die Fachwelt anders. So hält Jaromir Malek, Ägyptologe und emeritierter Leiter des Howard-Carter-Archivs am Griffith Institute der Universität Oxford, inzwischen Vorträge in der Schau. „Ich war erst skeptisch, ob die Replikas wirken“, gibt er zu. „Aber als ich die Ausstellung zum ersten Mal gesehen habe, hat sie mich sofort ergriffen.“

Die Schätze aus dem Grab von Tutanchamun sind zum größten Teil im Ägyptischen Museum in Kairo. Doch braucht man wirklich die Originale, um die Geschichte dieses vielleicht berühmtesten Grabfunds zu erleben? Um den Weltstar Tutanchamun kennenzulernen? Um etwas über die Kultur Ägyptens in der Zeit 1?300 Jahre vor Christus zu erfahren?
Nicht unbedingt. Das Original hat natürlich immer seinen ganz speziellen Reiz. Aber die Tatsache, dass die ägyptische Geschichte mit der Nachbildung des Grabschatzes inzwischen vier Millionen Menschen nähergebracht wurde – so viele Besucher hatte die Schau nämlich schon – auch. Es setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass Bildung immer dann besonders gut gelingt, wenn es auch etwas zu erleben gibt, wenn Spaß zum Lernen hinzukommt. Edutainment ist der neue Trend bei den Altertumsschauen. Dass es funktioniert, hat im letzten Jahr der Erfolg des Pergamon-Panoramas mit 1,5 Millionen Besuchern gezeigt.

Tutanchamun_Schoepfergott_Ptah_c_semmel_concerts_gmbhDas ist ein neuer Weg, die Menschen zu erreichen. Den klassischen kann man parallel im Neuen Museum erleben, in der vom Ägyptischen Museum Berlin verantworteten Ausstellung „Im Licht von Amarna“. Beide Schauen zu sehen, ist auch insofern interessant, als dass sie sich mit einer Familie beschäftigen. Tutanchamun war der Sohn von Echnaton und wohl auch von Nofretete, wie die neueste Forschung, auch mittels DNA-Analyse, herausgefunden hat. Die Initiatoren der Tutanchamun-Schau achten sehr auf einen Bildungsauftrag, vielleicht, weil die anfängliche Ablehnung der Ägyptologen so groß war. Die Filme hat die Berliner Regisseurin und Grimme-Preisträgerin Britta Wauer gemacht. Die wissenschaftlichen Berater sind promovierte Ägyptologen, der Ausstellungsgestalter ist ein erfahrener Museumsarchitekt. Und weil die Veranstalter auch wissen, wie skeptisch Journalisten sind, insbesondere wenn sie Worte wie „Erlebnisausstellung“ und „Replikate“ lesen, organisiert Semmel Concerts Reisen für die Presse, damit sie „Tutanchamun“ vorab sehen kann. In Malmö drängelten sich die Besucher, darunter viele Familien, um die Exponate. Und auch mich, um es noch mal zu sagen, hat die Schau gepackt.

Text: Stefanie Dörre

Fotos: A.-M. v. Sarodsy / Semmel Concerts GmbH

„Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ Arena Berlin, Eichenstraße 4, Treptow, tgl. 10–18 Uhr, 9.3.–1.9.

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