Ausstellungen

„Seeing Is Believing“ in den Kunst-Werken

seeing is believingWelche Macht haben Bilder über uns? Welche Mechanismen benutzen Medien und Akteure zur Inszenierung von Ereignissen? Diesen immer wieder aktuellen Fragen widmen die Kunst-Werke die Ausstellung „Seeing Is Believing“. Zum Auftakt wird der Besucher aber erst einmal ins Dunkel geführt. Inmitten der verdunkelten Halle steht ein Gebilde, das man nicht identifizieren kann, selbst wenn man sich die Treppenstufen hinunterwagt und direkt davorsteht. Man ist allein mit seiner Imagination und einem klaustrophobischen Gefühl in dem weiten, fast leeren Raum. „Phantom Truck“ von Iсigo Manglano-Ovalle inszeniert das Nicht-sehen-Können und die Ohnmacht des Individuums vor der Bilderflut, der es unablässig ausgesetzt ist, die ihm gleichzeitig aber nur in Ausschnitten vorgesetzt wird, sodass eine unabhängige Meinung unmöglich ist.

Die Kuration von Susanne Pfeffer beschränkt sich auf Werke, die mittelbar mit den Ereignissen nach 9/11 und insbesondere mit dem Irakkrieg zusammenhängen, und entgeht so der Gefahr, sich in der Fülle des Möglichen zu verlieren. Die Positionen der 24 vertretenen Künstler arbeiten mit der Abwesenheit von Bildern, mit überraschenden Narrationen, die den Besucher in seiner Erwartungshaltung irritieren, und mit quasi dokumentarischen Aufarbeitungen. So werden unterschiedlichste Aspekte medialer Inszenierung kommentiert. Trotz der Thematik haben viele Arbeiten eine ironische Komponente, was der Schau bei aller Ernsthaftigkeit auch Leichtigkeit und manchmal sogar etwas Spielerisches verleiht. 

Text: Philipp Koch

Foto: KW Chan (Paul Chan)

tip-Bewertung: Sehenswert

Seeing is believing Kunst-Werke, bis 13.11.2011

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