Ausstellungen

Tino Sehgal im Martin-Gropius-Bau

Tino Sehgal im Martin-Gropius-Bau

Nichts gegen das smarte Porträt des Berliner Künstlers Tino Sehgal, aber wir hätten Ihnen schon auch gerne was von seiner Kunst präsentiert. Fehlanzeige! Es gehört zum Werkgedanken Tino Sehgals, dass man sein Werk nicht ablichten darf.  Andere handhaben so was genau andersherum: Vom Musiker und Literat PeterLicht durfte man bis vor Kurzem kein Porträt schießen. Der französische ­Fluxus-Künstler Ben sagte bei seinen Schauen öfter: „Fotos gehen klar, aber Abzeichnen ist verboten!“ 
Bei Sehgal ist das keine Attitüde, sondern ergibt viel Sinn: Seine Interpreten treten über Gespräche, Gesang und Choreografie in Kontakt mit Besuchern, die so in die Arbeiten einbezogen werden. Wie wollte man solche Situationen und wie sie sich anfühlen jemals in einer Fotografie zu fassen kriegen? Wer sie im Guggenheim oder der Tate Modern verpasst hat, darf sie nun endlich in Berlin spüren.     

Text: Stefan Hochgesand

Foto:
Johnny Green

Martin-Gropius-Bau Niederkirchnerstraße 7, Kreuzberg, ?Mi–Mo 10–19 Uhr, 28.6.–8.8.

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