Kommentar

„Transparente Architektur“ von Iris Braun

Relativ geräuschlos hat Senatsbaudirektorin (und Architektin) Regula Lüscher in den letzten Jahren mit dem von ihr gegründeten Baukollegium zwischen Bezirken, Architekten, Denkmalschützern und Bauträgern vermittelt und damit 180 Projekte vielleicht nicht komplett gerettet, aber oft verbessert

Iris Braun

Das Kollegium, bestehend aus sechs Architektur-Fachleuten, berät Bezirke in heiklen Fragen der Stadtplanung, und hatte dabei Entwürfe wie das Anschutz-Areal oder die Europacity Heidestraße auf dem Tisch. Im ersten Fall wurden öffentliche Flächen dort ermöglicht, und im zweiten wurden Projektentwickler und Bezirk immerhin zu besserer Fassadengestaltung und Architekturwettbewerb bewegt.
Und dieses Abwägen öffentlicher und privater Interessen wird fortan öffentlich verhandelt. Das heißt, die Projekte werden vor der Sitzung bekanntgegeben, Interessierte können nach Anmeldung (stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/baukultur/baukollegium/) teilnehmen. Und das ist mal eine richtig gute Entscheidung, denn wer sich einen Nachmittag lang mit den Problemen eines Klinik-Erweiterungsbaus oder einer Großsiedlungssanierung beschäftigt hat, hat nicht nur einen besseren Überblick, was dort konkret vor Ort geschieht, sondern bekommt auch einen perfekten Einblick, welche komplexen Aufgaben (Stichworte: Wohnungsbau, Nachverdichtung, Modernisierung) generell in Berlin anstehen.

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