Ausstellungen

Trevor Lloyd

Trever_LloydWie der Mann das nur hinkriegt: Er steht auf dem Kopf und malt mit der linken Hand. Die Augen hält er geschlossen, um seine Erinnerung zu aktivieren. „In dieser einengenden Position fühle ich mich frei von der Verantwortung, physische Ähnlichkeit mit dem Porträtierten herzustellen. Stattdessen erlaubt mir diese Haltung, nur die metaphysischen Qualitäten für den gestischen Impuls zu nutzen.“ Das Bild seiner Mutter und ein Selbstporträt muten entsprechend kritzelig an. Oder will uns da einer veräppeln? „This isn’t fun, but it builds character“, verspricht ein anderes Werk. Satirische Wortspiele, um herkömmliche Bilder weiterzudenken, gehören für ihn dazu. Eine schöne Prise Ironie natürlich auch. Die gefundene und gefaltete Ansichtskarte eines Hundes nennt er „Domestiziertes Foto“. Seine minimalistischen Zeichnungen und Collagen reagieren spontan auf Alltagsbegebenheiten. „Mein Ziel ist es, durch die Schaffung, Manipulation und Zerstörung von Bildern Fragen aufzuwerfen über Natur und Definition der künstlerischen Geste“, so Lloyd. Der 1983 geborene Kalifornier, der vor zweieinhalb Jahren nach Berlin kam und in Treptow wohnt, stellte bereits in der Forgotten Bar aus. Im Atelierhaus am Monbijoupark gibt er nicht zuletzt einen Kommentar ab zu seinem Verständnis von Abstraktion. Experimentierfreudig und ziemlich abgefahren, dieser junge Amerikaner.

Text: hil

Foto: Harry Schnitger

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