Ausstellungen

„Venedig?? Venedig!“ von Iris Braun

Iris Braun
Zu viel, zu unentschlossen, und zu Beginn der Hauptausstellung „All the worlds futures“ an der Grenze zur Effekt­hascherei. Einerseits.
Andererseits wird es nach diesem hammerharten „Hallo, jetzt kommt Kunst in politisch brisanten Zeiten!“-Empfang durchaus besser, es wird sogar teilweise sehr gut. Auf Katharina Grosses explodierendem Regenbogen-Raum folgt die existenzielle Installation der diesjährigen Biennale-Preisträgerin Adrian Piper („Everything will be taken away“), und auch die Retrospektive von Harun Farockis filmischem Werk ist gelungen. Trotz oder gerade wegen dieser Highlights wird Enwezor vorgeworfen, keine übergreifende Ausstellungsidee gehabt zu haben. Selbst wenn das stimmen sollte – hinfahren kann man natürlich trotzdem, so viel tolle Kunst an einem Ort ist doch sonst selten zu sehen. Zudem rechtfertigen auch die Länderpavillons, sicher nicht alle, aber bestimmt die Belgiens, Österreichs und Australiens, eine Venedig-Reise. Auch der Deutsche Pavillon, von Florian Ebner klug umgebaut, ist sehenswert. Dazu kommen noch weltpolitisch aufgeladene Länderpavillons wie der des Irak. Es mag also durchaus sein, dass der Gesamteindruck der Biennale unrund ist – aber es sind eben auch unrunde Zeiten.“

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