Ausstellungen

„Venus von Berlin“ von Stefan Hochgesand


Dann stellen die beiden das prominente Gemälde nach. Warum der Selfie-Schabernack? Nun, die Gemäldegalerie hat eine Muschel auf ihrem ansonsten eher öden Vorplatz installiert und ruft gar dazu auf, die eigenen Venus-Variationen in den sozialen Medien mit dem Hashtag #VenusOfBerlin zu posten.
Noch bevor man die Ausstellung erreicht, auf der gut 50 Mal die freizügige Venus zu sehen ist, geht’s in den Venus-Shop. Gemeint ist nicht der Markt der Erotik-Fachmesse „Venus 2015“, sondern der Fanshop der Schaumgeborenen: Seife mit Venus-Bild gibt’s da, wahlweise Kamille-Lavendel oder Mandarine-Zedernholz. Das Venus-Sporthandtuch für 59 Euro. Oder auch Venus-Flip-Flops.
Eine Dame, die mit mir die Ausstellung betritt, trägt gar Venus-High-Heels. Vielleicht von Dolce & Gabbana. Die platzierten die Schöne in ihrer Sommer-Kollektion von 1993. Möglicherweise inspiriert durch Magritte, der die Venus auf den Rücken eines Mantels malte. Sowieso kann einem hier schwindelig werden vor lauter Liebesgöttinnen – von Moreau über Degas bis Warhol.
Einige Künstler nennen ihre vor Botticelli-Zitaten strotzenden Werke „Wiedergeburt der Venus“. Man mag diese Schau und ihre Vermarktung ein bisschen sehr Pop finden, aber: Sie könnte die Wiedergeburt der Gemäldegalerie bedeuten.

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