Ausstellungen

Videokünstler Jozef Robakowski in der Galerie des Polnischen Instituts

RobakowskiDer Staat wachte streng über seinem Medienmonopol, und schon der private Besitz einer Filmkamera war suspekt, die Entwicklung von kontroversen Aufnahmen konnte aber gefährlich werden. Jozef Robakowski, eine legendäre Gestalt der polnischen Kunstavantgarde und einer der ein­flussreichsten Experimentalfilmer und Videokünstler Osteuropas, wusste sich zu helfen. Er ritzte in besonders schwierigen Phasen seiner Laufbahn einfach abs­trakte, grafische Zeichen ins licht­­empfindliche Medium. Bei der Aus­stellung „Achtung: Licht!„, in der das begriffliche Potenzial des physikalischen Lichts ausgelotet wird, werden gleich mehrere Ergebnisse dieser Methode gezeigt. Drei Lichtkästen aus den Jahren 1971 bis 1992 zeigen das bearbeitete 35mm-Filmmaterial im Stillstand, und in einer Installation dreht es sich durch den Projektor in einer Endlosschlaufe und wird auf das Objektiv einer Video­kamera gestrahlt. Es entsteht ein Feedback, eine amorph-wabernde Lichtaura, die sich schließlich auf einem Flachbildschirm manifestiert. Es sind zwei Leitmotive in Robakowskis Werk: das Spiel mit limitierten technischen Möglichkeiten und eine geradezu meditative Charakteristik, die seinen Arbeiten innewohnt. So sind auch die Filmprojektionen von dieser geradezu spirituellen Ruhe geprägt, etwa die „Video Gesänge“ aus dem Jahr 1993, die Lichtclus­ter und rituell anmutenden Singsang kombinieren. Esoterik ist es keinesfalls, Robakowski war stets ein politisch denkender Mensch, der um die Wirkung der Kunst wusste. Auf einem LED-Lauf­band erscheint im Sinne einer um­ge­drehten Propaganda unaufhörlich das Credo des heute 70-jährigen Polen: „Sztuka to Potenga“ – „Kunst ist Macht„.

Text: Jacek Slaski

Jozef Robakowski „Achtung: Licht!“, Polnisches Institut, Burgstraße 27, Mitte, Di-Fr 10-18 Uhr, bis 30.4.2009

Weitere Ausstellungen:

Stefan Panhans in der Galerie Olaf Stüber (bis 9.5.)

Susi Pop in der Galerie Zwinger (bis 9.5.)

Hap Grieshaber im Kunstforum der Volksbank (bis 19.4.)

„New York in the Forties“ von Andreas Feininger im Bauhaus Archiv (bis 18.5.)

Die Sprache Deutsch im Deutschen Historischen Museum (bis 3.5.)

 

 

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