Ausstellungen

Wall on Wall: Ein Kunstprojekt lädt zur West Side Gallery

East_Side_Gallery_DvBDementsprechend groß war die Aufregung, als die ehemalige Kultursenatorin Adrienne Goehler und der Fotograf Kai Wiedenhöfer 2007 auf die Idee kamen, auf die Rückseite der East Side Gallery Fotos von heutigen Grenzgebieten zu plakatieren. Nach einer fünfeinhalb­jährigen Debatte gab die Bezirksversammlung schließlich die Erlaubnis, die drei mal neun Meter großen Aufnahmen von Grenzgebieten auf der nun zur „West Side Gallery“ getauften Strecke zu zeigen. Da die Bilder nur mit Tapetenkleister geklebt sind, werden später keine Rückstände bleiben.  Sie geben „auf der geöffneten Mauer einen ­Hinweis auf noch zu öffnende Mauern“, erklärt Goehler das von ihr ­kuratierte Projekt, „deswegen ist dieser Ort so wahnsinnig gut dafür“. Die Mauer soll kein abgeschlossenes Denkmal sein, sondern Medium, um andere Trennungen zu thematisieren. Neben den viel diskutierten Konfliktgebieten wie Israel/Palästina zeigen die 36 Fotografien auch oft vergessene Grenzen wie die unüberwindbaren Zäune zwischen ­Marokko und Spanien auf dem afrikanischen Festland. Mit einem künstlerisch-politischen Blick hat Kai Wiedenhöfer Mauern porträtiert, die gleichermaßen bedrücken und beeindrucken.

Text: Rebekka Wiese

Foto: David von Becker

Wall on Wall bis Fr 13.9. Mühlenstraße, Friedrichshain, www.wallonwall.org

Mehr über Cookies erfahren