Ausstellungen

Werke aus der Sammlung Hasso Plattner

Tuebke_Der-Narr-und-das-Maedchen_1982_pr_c_Galerie_SchwindWie aus dem Fenster einer Datscha weisen die Werke hinaus auf idyllische Wald- und Wiesenszenen, auf verträumte Waldseen und leere Alleen. Fußmann bedient sich pointiert der Farbpalette und kräftigem Pinselstrich, Mattheuer nutzt eine an die frühen Impressionisten erinnernde Technik für seine stillen und menschenleeren Idyllen. Das ganze wirkt dabei doch sehr wie ein Rückzug in das Private ehemaliger Groß- und Staatskünstler. Die Einblicke liefern Werner Tübke mit der altmeisterlich anmutenden, goyaesken Arbeit „Der Narr und das Mädchen“ (1982, Foto), Arno Rinke und Ulrich Hachulla, der mit seinem so trostlosen wie verstörend wirkenden Diptychon „Karneval“ (1984) das einzige irgendwie aufrührerische Werk liefert. Bei Rinkes Arbeiten ist besonders die Gegenüberstellung eines frühen Werkes („Heimreise“, 1966) mit einem aktuellen („Atelier“, 2010) gelungen, die eindrücklich die malerische Entwicklung Rinkes aufzeigt.

Und dann ist da natürlich noch der Gerhard Richter. Das abstrakte Werk („Abstraktes“, 2004) hängt wie verloren und von einem anderen Stern kommend zwischen den figurativen Bildwelten und zeigt beinahe schon überdeutlich die gegensätzlichen Entwicklungen in West (Abstraktion) und Ost (figurativ) bis tief hinein in die Achtzigerjahre. Von „ostdeutscher“ Kunst zu sprechen, führt dennoch in die Irre. Die meisten gezeigten Arbeiten sind Spätwerke der Maler und nach der Wende entstanden. Zudem wird kein Überblick über die malerische Kunstproduktion im Osten geboten, sondern es wird sich ganz auf die großen Namen der Leipziger HGB konzentriert. Ansonsten fehlen diesem ersten Auszug aus „einer Sammlung im Aufbau“ des SAP-Gründers Hasso Plattner ein wenig die klaren Linien und mutigen Positionen. Zudem werden die Arbeiten in dem zu engen, dunklen Ausstellungsraum leider nicht sehr vorteilhaft inszeniert.

Text: Philipp Koch

Foto: Galerie Schwind

tip-Bewertung: Annehmbar

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Kutschstall, Am Neuen Markt 9, Potsdam, Di–Do 10–17 Uhr, Fr 10–19 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr, Mo geschlossen, bis 16.?9

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