Ausstellungen

Werner Stötzer im Georg Kolbe Museum

Werner_Stoetzergriff er zum Beil und „haute dem ins Kreuz rein. Der Kopf fliegt hoch und schaut so nach oben“. Gewöhnlich agierte der Bildhauer aber nicht so brachial. Der Stein ist ihm ein „Partner“. Denn „Zerstören ist am Stein nicht vernichten, in dieser Art zerstören liegt neu finden, abschlagen bedeutet Schichten zu erleben, Sprünge zu sehen und Grabungen zu folgen“. Er folgt der These, dass die Skulptur bereits im Stein angelegt ist und vom Künstler ‚befreit‘ werden muss. „Meine Aufgabe als Bildhauer sehe ich darin, den Stein so aufzubrechen, dass er immer wieder neue Kraft erhält.“

Der 1931 in Thüringen geborene Künstler spiel­te zu DDR-Zeiten eine ganz eigenwillige Rolle. Seine oft archaisch wirkenden Plastiken verlassen nie die menschliche Figur, bewegen sich jedoch dank seines subtilen „Abhackens“ auf die Abstraktion zu. Seine ‚roh‘ wirkenden Holzskulpturen erinnern an Kirchners dreidimensionale Werke, die ihre primitivistischen Wurzeln nicht leugnen. In ihrer raumsprengenden Kraft aber ist die Affinität zu Alfred Hrdlicka unübersehbar, den Stötzer sehr verehrte. Das „Märkische Tor“, bestehend aus zwei abstrakt wirkenden Leibern, bildet nun die beherrschende Mitte im Kolbe Museum. Dieses wollte ihm eine Schau zum 70. Geburtstag im April ausrichten. Durch seinen plötzlichen Tod  vergangenen Sommer ist es eine Gedenkveranstaltung geworden. Aber eine höchst lebendige.

Text: Martina Jammers

Foto: Nachlass Werner Stötzer, Sylvia Hagen, Altlangsow

tip-Bewertung: Sehenswert

Werner Stötzer 1931–2010
Georg Kolbe Museum, bis 3.4.2011

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