Ausstellungen

Wolfram Adalbert Scheffler in der Galerie Pankow

Landeplatz für Ausserirdische

Als Wolfram Adalbert Scheffler das erste Mal einen Landeplatz für Außerirdische geschaffen hatte, war niemand gekommen. Jahre später wiederholte er seine Einladung und erhielt zumindest eine Antwort von oben. Doch anreisen wollte keiner. Egal. Es lagen wohl keine großen Erwartungen im Tun des Künstlers, sondern eher ein sich stets erhaltender kindlicher Spieltrieb. Dazu gehören auch die Lust am Verkleiden, das ständige Ausprobieren, Grenzen ausloten, sie übertreten.
Scheffler ist ein Freigeist, der sich auf keine eingetretenen Pfade begeben möchte und in den frühen 1980er Jahren mit seiner kompromisslosen Haltung nicht in den offiziellen DDR-Kunstbetrieb passte. Auch die kritische Szene in Prenzlauer Berg wurde ihm zu eng; 1986 siedelte er nach West-Berlin um. Seine in schwarz-weiß gehaltenen Zeichnungen, die eigensinnigen Fotos und humorvollen Installationen sind eine spontane Mitteilung seines Selbst und seiner Erkenntnisse, die sich mal mehr, mal weniger verständlich machen, aber doch immer anziehend wirken. Seit 2012 gibt Scheffler auch seinen Studierenden an der Kunsthochschule in Dresden weiter, was er für wichtig erachtet: dass die Zeichnung als direktes, spontanes und radikales Ausdrucksmittel auf der Suche nach der eigenen „Wahrheit“ verwendet und das Unfertige sowie Archaische gesucht wird – egal in welchem Medium. Vor allem das Eigenständige, Widerspenstige und Querdenkerische möchte er fördern und erhalten.

Text: CSuhr

Foto: Wolfram Adalbert Scheffler

Wolfram Adalbert Scheffler, Galerie Pankow, Breite Straße 8, Pankow, Di-Fr 12–20 Uhr, Sa+So 14–20 Uhr, bis 17.1.

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