Ausstellungen

Yorgos Sapountzis

Yorgos_SapountzisEr ist das Gegenteil eines Einsiedlers, der still in seinem Atelier vor sich hin werkelt. Der 35-Jährige aus Athen, der seit neun Jahren in Berlin lebt, liebt die theatralische Inszenierung und bezieht das Publikum mit ein. Seine Arbeiten kreisen um die Skulptur im öffentlichen Raum und um die Vorstellungen, die sie beim Betrachter hervorrufen. „Das Publikum ist für mich eine Inspiration. Dann ist die Arbeit wahrhaftiger“, sagt der multimedial ausgerichtete Installationskünstler. Am 22. Juli wird er für eine Performance gemeinsam mit Teilnehmern Stein- und Bronzeskulpturen aufsuchen, die das Stadtbild prägen. Aufgefallen sind ihm „Die Arbeiter und die Badenden“, nach denen er einen Teil seines aktuellen Werks benannt hat. Skulpturen von Badenden im Weinbergspark oder Arbeitern vor dem Roten Rathaus, viele Denkmäler im öffentlichen Raum seien diesem Thema gewidmet. „Meine Arbeit hat immer einen Bezug zu dem, was schon da ist“, erklärt er. Die Begegnung Mensch und Stein, Kunst und Natur fasziniert ihn. Naturalistische Plastiken seien „Spiegel von Bürgern“. Er selbst meißelt aber ganz und gar nicht konventionell in Bronze oder Stein, sondern liebt das Flüchtige. Im Atelierhaus Monbijoupark hat er eine fragile Installation aus Turnbändern und dünnen Alustangen aufgebaut, die die Decke durchstoßen. „Ich zeige immer den Prozess der bildhauerischen Aktion“ – für ihn wie ein Tanz.

Text: hil

Foto: Harry Schnitger

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