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Zeitgenössische samische Kunst in den Nordischen Botschaften

Zeitgenössische samische Kunst in den Nordischen Botschaften

Ungefähr 80.000 Menschen zählen zu dem indigenen Volk der Samen im arktischen Norden Skandinaviens. Ursprünglich waren sie Nomaden. Heute wohnen sie in modernen Behausungen und leben von Rentierwirtschaft, Fischfang, Tourismus sowie Kunstgewerbe. Überraschend stark ist ihre zeitgenössische Kunst. Erstmals in Berlin kann man sich davon in der Ausstellung „Sбmi Contemporary“ überzeugen.
Zwar erscheint das Entrйe der Nordischen Botschaften samt Umgang im Obergeschoss nicht ideal für die Präsentation. Spannende Künstler aus Finnland, Norwegen und Schweden kann man trotzdem entdecken, darunter Maler wie den 30-jährigen Anders Sunna (von ihm ist das abgebildete Gemälde) und Odd Marakatt Sivertsen. Sie arbeiten narrativ und poetisch, natur- und kulturverbunden. Die Künstlerinnen nehmen gern verschiedene Materialien, Knochen und Gewebearten – oder die Kamera in die Hand. Magische Objekte wie Aslaug Juliussens „Gefrorene Blumen auf einem vereisten Fluss“ steuern aber auch die Männer bei, Tomas Colbengtson etwa aus Glas oder Per Isak Juuso geschnitzt. Juusos kleine Skulpturen wirken wie Miniatur-Verwandte der kultischen Steinköpfe von den Osterinseln: stille Zeugen einer reichen Kultur und ihrer uralten Traditionen.   

Text: HIL

Foto: Sunna, Sami Contemporary

Nordische Botschaften Felleshus Rauchstr. 1, Tiergarten, Mo–Fr 10–19 Uhr, ?Sa+So 11–16 Uhr, bis 27.9.?

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