Ausstellungen

Zwei Galerien in Mitte zeigen indische Kunst

Roots_SuhrZarte weiße Blätter auf weißem Hintergrund, entschwebend, zerbrechlich, flüchtig. Rupali Angre zeichnet Blumenmuster und Ge­genstände, die etwas Geheimnisvolles besitzen, ebenso verträumt sind wie verspielt und auf eine Art lyrisch und hintergründig. Das überrascht, wenn man die meist farbenprächtigen wie ausladenden Bilder und Ins­tallationen der auf den internationalen Kunstmarkt gefluteten Arbeiten indischer Künstlerinnen und Künstler kennengelernt hat. Mit zurückhaltendem Pinselstrich, aber im prallen Leben zeichnet Shruti Mahajan ihre Alltagsgegenstände, die nur so vor Sexsymbolik strotzen und dabei auch sehr humorvoll betrachtet werden – wie der vitaminreiche Salat als äußerst freizügiger weiblicher Akt. Mit Witz geht auch Ritesh Meshram an seine aus Fundstücken kombinierten Objekte, obskure Maschinchen oder winzige, aus alten Buchtiteln erwachsene Universen.
Während die White Square Gallery Arbeiten von sechs noch unbekannten indischen Künstlerinnen und Künstlern bis Mitte 30 präsentiert, zeigt die Galerie Nature Morte um die Ecke die wuchtigen Bilder und Installationen eines bereits etablierten Künstlers. Der 1960 geborene Probir Gupta aus Neu Delhi klotzt mit kräftigen Farben auf großen Formaten und instal­liert teilweise makabre Ge­genstände zu apokalyptischen Szenerien. Wer sich beide Ausstellungen ansieht, gewinnt einen guten Eindruck von der Vielseitigkeit der indischen Kunstszene und einem womöglich nach dem größten Hype dort stattfindenden Wandel.

Text und Foto: Constanze Suhr

(tip-Bewertung: Sehenswert)


Roots Indiens junge Kunst

White Square Gallery, Mauerstraße 83/84, Mitte,
Di-Sa 12-18 Uhr, bis 13.3.
Desert Scrap Nature Morte, Zimmerstraße 90/91, Mitte,
Di-Sa 11-18 Uhr, bis 17.3.

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