Kultur

Bandana Split

Bandana Split
Eigentlich war das Bandana-Tuch mal ein Halstuch. Für Kinder. Doch nun hat das gemusterte Tüchlein einen beeindruckenden Aufstieg hingelegt: Statt Kinderhälsen ziert es jetzt Hipster­köpfe. Stellt sich die Frage: Wie hat es das geschafft? Das Bandana-Haarband kam mit Fleece­pullis und Trekking-Sandalen, Seesäcken und ausgewaschenen Jeans: Normcore heißt dieser Nicht-Trend, der schon eine Weile durch Modeblogs und über Laufstege geistert. Je praktischer, desto hipper! Weil die Stadt eben kein Laufsteg ist, sondern eine Abfolge von staubigen Straßen und dreckigen Parks. Zum Glück. Allerdings muss man zugeben: Das Bandana-Haarband ist ein blinder Passagier auf dieser Mode­welle. Schließlich ist es überhaupt nicht praktisch. Doch liegt genau hier das Verdienst des Bandanas: Statt über­eifrig nach dem Sinn zu fragen, bewahrt es dem Normcore-Trend einen Rest an Sinnlichkeit. Das Haarband erzählt von Freiheit, Sommer und Abenteuer. Wie es das macht, bleibt sein Geheimnis. Das Bandana ist der Kopfschmuck der Großstadtindianer. Es sei ihnen gegönnt.

Text: Rebekka Wiese

Foto: Nito/Fotolia

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