Kultur

Berlin für wenig Geld

BerlinGuenstig-V3Denn in Berlin gibt es auch für kleine ­Budgets oder sogar bei freiem Eintritt eine riesige Auswahl an Kultur- und Freizeitaktivitäten, die keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Wer sich von den nachfolgenden Angeboten verlocken lässt, kann in renommierten Häusern bekannte Künstler bei ermäßigtem Eintritt erleben oder in Off-Spaces unerwartete Entdeckungen machen – und dort mitunter sogar die Stars von morgen erleben.  

POP & ROCK

Regelmäßig zieht es die Stars der Musikbranche in die deutsche Hauptstadt – ob in die großen Hallen, zur Berlin Music Week, zu den Berlin Music Days oder dem Berlin Festival. Den Nährboden für all das bereitet eine örtliche Subkultur, in der es an allen Ecken und Enden rockt und rollt, basst und bounct, soult und jazzt.

Acud
We’re jammin – das Sessioncafй im Erdgeschoss des Acud genießt einen fast legendären Ruf. An 365 Abenden kann man hier Spielfreude erleben, ganz gleich, ob es sich um Rock, Funk, Jazz oder Blues handelt. Und jeder, der halbwegs instrumentensicher ist, darf dabei sogar noch mitmischen.
Acud Sessioncafй Veteranenstraße 21, Mitte, Eintritt frei, www.acud.de

A-Trane
Das A-Trane ist eine Jazz-Institution von Weltrang. Gelegenheit zum Reinschnuppern bietet jeden Samstag ab 0.30 Uhr die Late-Night-Jamsession, bei der neben etablierten Künstlern auch der Nachwuchs musiziert. Auf höchstem Niveau – das A-Trane hat ­einen Ruf zu verteidigen.
A-Trane Bleibtreustraße 1, Charlottenburg, Sa ab 0.30 Uhr: Eintritt frei, www.a-trane.de

Badehaus Szimpla
Swag Jam, Subtone Jam, TuneUp Session, A Funk Odyssey – im Badehaus wird geklotzt. Feste Hosts laden hier für drei bis fünf Euro zu ihren Improvisations-Sessions in den Sparten HipHop, Dub oder Elektro ein (oft mit Special Guest), am Wochenende finden überdies Balkan-, Gypsy- oder Swing-Konzerte für rund acht Euro statt.
Badehaus Szimpla Revaler Straße 99, ­Friedrichshain, www.badehaus-berlin.com

Kiki Sol
Bei Jamsessions und auf Konzerten gibt es hier Folk, Pop oder Soul. Dank des Mitmachkonzepts und der mitten in den Raum gebauten Bühne kommen sich Musiker und Zuhörer sehr nah – bis zum Rollentausch.
Kiki Sol Reinickendorfer Straße 106, Wedding, ­Jam­sessions Mi–Fr, Eintritt frei (Spende üblich), www.kikisol.de

Nhow Hotel
Jeden ersten Samstag im Monat gerät die Hotelbar im Nhow zur Nachwuchsbühne bei freiem Eintritt. Im Rahmen der Open Mic Night kann jeder nach einem Bewerbungsverfahren auftreten. Mindestens drei Künstler jedweder Musikrichtung gibt es pro Abend, dazu Cocktails vom Tresen.
Nhow Hotel Stralauer Allee 3, ­Friedrichshain, www.nhow-hotels.com/berlin

ORWOhaus
An jedem 2. Donnerstag im Monat öffnet Berlins Proberaumtempel in der Platte seine Pforten für die Öffentlichkeit, mit einer Opener-Band und anschließendem Jam von hauseigenen Musikern – Eintritt frei.
Orwohaus Frank-Zappa-Straße 19­­—20, Marzahn, www.orwohaus.de


Ramones Museum

Inmitten des Scheunenviertels hält das Ramones-Museum den Punkrock am Leben. Neben vielen Devotionalien von Joey & Co zählen dazu auch Indoor-Gigs internationaler Künstler – nur mit Akustikgitarren zwar, aber dennoch heiß und fettig.
Ramones Museum Krausnickstraße 23, Mitte, www.ramonesmuseum.com

Weiterlesen: Berlin für wenig Geld: Theater & Klassik 


Schokoladen

Zum Glück hat der Indie-Spirit des Schokoladens die jahrelangen Querelen mit den Hauseigentümern überlebt. Denn die von Hand verlesenen Pop-, Noise-, Punk- oder Doomshows mit zuweilen avantgardistischer Note würden einem fehlen.
Schokoladen Ackerstraße 169, Mitte, Eintritt etwa 5–8 Ђ, www.schokoladen-mitte.de

YAAM
Das YAAM ist Berlins erste Adresse in Sachen Reggae und Dancehall. Mit der Live-Musik- und Partyreihe „Tropical Diaspora“ (jeden 4. Fr/Monat) sowie den Kultmucke-Wohnzimmerkonzerten (meist jeden 2. Fr/Monat) erweitert es seinen Horizont hin zu Afrobeat und Latin Music bzw. Balkan, Pop, Blues und Elektro.
Yaam Stralauer Platz 35, Friedrichshain, Eintritt Tropical Diaspora ab 5 Ђ, Wohnzimmerkonzerte frei, www.yaam.de

Kunst_FREIAusstellungen

Sich von Ausstellungen inspirieren zu lassen, ist vor allem für die jüngsten Berliner leicht möglich: Für unter 18-Jährige ist der Eintritt in den großen Museen oft frei. Aber auch für Volljährige gibt es Rabatte.

Staatliche Museen zu Berlin
Schätze aus vielen Jahrhunderten verbergen sich in den insgesamt 19 Einrichtungen der Staatlichen Museen zu Berlin: Der Pergamonaltar im Pergamonmuseum, die Nofretete im Neuen Museum oder Werke von Künstlern wie Picasso, Klee und Dix in der Alten und Neuen Nationalgalerie. 
Staatliche Museen zu Berlin Alle Häuser u. Adressen unter www.smb.museum;  Eintritt frei für unter 18-Jährige, Jahreskarte für Volljährige: ab 25 Ђ/Jahr

Weiterlesen: Berlin für wenig Geld: Kinder & Bildung 

Bezirksmuseen
Jeder der zwölf Berliner Verwaltungsbezirke verfügt über sein eigenes Regionalmuseum. Sie dokumentieren – bei freiem Eintritt – nicht nur die jeweilige Heimatgeschichte, sondern bringen auch aktuelle Ausstellungen und laden zu Veranstaltungen ein.
Regionalmuseen der Bezirksämter, Broschüre mit allen Anschriften unter: www.regionalmuseen-berlin.de/pdfs/ABR-2007.pdf

Märkisches Museum
Seit über 100 Jahren dokumentiert das Märkische Museum die Geschichte der Stadt: Funde und Überreste der ersten Siedler lagern hinter Vitrinen, handschriftliche Zeugnisse, Möbel, Kunsthandwerk und andere Objekte erzählen von den ersten Berlinern und reichen Großfamilien. Märkisches Museum Am Köllnischen Park 5, Mitte, Di–So 10–18 Uhr, bis 18 Jahre freier Eintritt, jeden 1. Mi/Monat freier Eintritt, sonst 5/3 Ђ, www.stadtmuseum.de

Willy Brandt Haus
Die Kunstsammlung im Willy-Brandt-Haus, dem zentralen Sitz der SPD, besteht ausmehr als 2.000 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen, die oftmalseinen Bezug zur Sozialdemokratie haben. Wer sie besichtigen möchte, kann sich zu einer persönlichen Führung anmelden. Daneben finden im Willy-Brandt-Haus aber auch regelmäßig Sonderausstellung statt, derzeit eine Fotoausstellung zu Willy Brandt anlässlich seines 100. Geburtstag im Dezember 2013. Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen im Willy-Brandt-Haus ist frei, die Mitnahme eines Personalausweises jedoch erforderlich.
Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstraße 140, Kreuzberg, Tel.: 259 93 -700, Di-So: 12-18 Uhr (letzter Einlass: 17.30 Uhr), www.willy-brandt-haus.de

Camera Works
Sie haben die Fotos für legendäre Plattencover oder Poster gemacht, Bildstrecken in berühmten Illustrierten erstellt oder unvergessliche Momente der Weltgeschichte mit ihrer Kamera festgehalten. Die Fotografen, deren Bilder in der Galerie Camera Works gezeigt werden, haben sich ihre Meriten längst verdient. Noch bis zum 22.2.14 sind die konzeptuell-abstrakten Fotos von Philipp Keel zu sehen. Eintritt frei.      Camera Work, Kantstraße 149, Charlottenburg, Tel.: 31 00 77–3, Di-Sa 11-18 Uhr, http://camerawork.de

Galerie Argus Fotokunst
Miles Davis, Eartha Kitt, Ella Fitzgerald oder Ornette Coleman: Diese und andere amerikanische „Giganten des Jazz“ beeindruckten nicht nur musikalisch, sondern auch durch ihre optische Präsenz. In der gleichnamigen Ausstellung verneigen sich Fotografen wie Robert Lebeck, Clemens Kalischer oder Max Jacoby vor diesen Legenden mit ihren beeindruckenden Portraits. Die Galerie Argus Fotokunst zeigt regelmäßig Aufnahmen bekannter Fotografen wie Will McBride oder themenspezifische Ausstellungen.Eintritt frei.
Galerie Argus Fotokunst, Marienstr.26, Mitte, Mi-Sa 14-18 Uhr, Ausstellung „Giganten des Jazz“ bis 1.3.14, www.argus-fotokunst.de

Alliiertenmuseum
Luftbrücke oder Checkpoint Charlie – Berlin, so wie es heute ist, wurde auch stark von den amerikanischen Alliierten beeinflusst. Daneben brachte das US-Militär und seine Angehörigen nach dem Zweiten Weltkrieg aber auch jede Menge kulturelle Einflüsse. Neben Kaugummi und Coca Cola war das vor allem Jazz, Blues und Rock’n’ Roll. Wie amerikanische Musik über den Alliiertensender AFN, aber auch die Clubs der GIs nach Deutschland kam, dokumentiert die aktuelle Sonderausstellung (bis 27.April 2014) „Von G.I. Blues zu G.I. Disco“. In der Dauerausstellung des Museums kann man hingegen das politische Geschehen Revue passieren lassen. Das alles bei freiem Eintritt.
Alliiertenmuseum, Clayallee 135, Zehlendorf, Di-So 10-18 Uhr, Tel.: 81 81 99-0, www.alliiertenmuseum.de

Galerien
Rund 450 Galerien sorgen für den Ruf Berlins als quirlige Kunststadt. Wer wissen will, welche Künstler gerade im Gespräch sind, kann sich etwa in den vielen Galerien entlang der Potsdamer-, der Fasanen- oder der Auguststraße informieren. Ansonsten halten Sie das tip-Tagesprogramm und die tip-Kunst-Highlights über Ausstellungen und Vernissagen auf dem Laufenden. Der Eintritt in Galerien ist in der Regel frei.

Akademie der Künste
Die Akademie der Künste versteht sich als internationale Gemeinschaft von Künstlern. An zwei Standorten zeigt die Akademie regelmäßig Themenausstellungen. Die Projekte setzen sich mit verschiedenen Bereichen der Kunst wie Fotografie, Film oder Architektur auseinander.
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Mitte bzw. Hanseatenweg 10, Tiergarten; jeden Di 15–19 Uhr: Eintritt frei, sonst 6/4 Ђ, www.adk.de

Baden_FREIFreizeit

Sport an Outdoorgeräten, nachmittags eine kleine Stadtführung und den Abend mit einem Tanzkurs ausklingen ­lassen – Freizeitmöglichkeiten gibt es viele.

Tanzen
Die Ausrede „Ich kann nicht tanzen!“ gilt nicht. In Clärchens Ballhaus beginnt der Abend zweimal die Woche mit kostenlosen Einführungskursen, für Swing mittwochs um 21.30 Uhr und für Salsa montags um 21 Uhr. Noch mehr Salsa gibt es im Havanna: Hier finden Kurse für wenig Geld statt, das auch den Clubeintritt enthält – mittwochs um 20 Uhr und freitags um 21 Uhr. Zu preisgünstigem Tanzunterricht in Line Dance oder Standardtanz lädt das Kulturforum Hellersdorf.
Clärchens Ballhaus Auguststraße 24, Mitte; Havanna Hauptstraße 30, Schöneberg, Kulturforum Carola-Neher-Straße 1, Hellersdorf

Gärtnern
Das aus New York herübergeschwappte Stadtgärtnern ist völlig kostenlos. Jeder ist willkommen, die Gemeinschaftsgärten mitzupflegen.
Prinzessinnengarten Prinzessinnenstraße 15, Kreuzberg, ab April, Allmende-Kontor  Tempelhofer Feld, Eingang Oderstraße, Neukölln

Weiterlesen: Berlin für wenig Geld: Film, Essen & Mode 

Safari
Über 1?500 Arten tummeln sich im Berliner Zoo – kein Wunder, dass der Eintritt eigentlich nicht billig ist. Umso mehr lohnt sich daher die Jahreskarte für Familien. Kostenlosen Eintritt bietet der Tierpark Neukölln.
Tierpark Neukölln Hasenheide 82, Neukölln, Eintritt frei

Stadttouren
Der gebürtige Berliner Rolf Gänsrich führt durch seinen Heimatbezirk Prenzlauer Berg und weiß zu Bäumen, Fassaden und natürlich der Mauer spannende Geschichten zu erzählen. Für die kurzweiligen Touren verlangt er nur eine Spende. Noch mehr DDR-Geschichte gibt es im Stasi-Archiv – die Teilnehmer werden kostenlos durch das Archiv geführt.
Stasi-Archiv Ruschestraße 103, Haus 7, Lichtenberg; Kiezspaziergänge www.kiezspaziergaenge.de, kostenlos; http://rolfgaensrich.de.tl/Meine-Stadtf.ue.hrungen.htm

Fitness
Nachbarschaftsheime bieten preiswerte Sportkurse an: Fitnesstraining, Gymnastik und Yoga. Winterharte Sportler finden öffentliche, kostenlose Fitnessgeräte in vielen Bezirken der Stadt, oft in Parks. Dort kann man dann direkt weiterjoggen.
Nachbarschaftsheim Königstraße 42, Zehlendorf www.kulturring.org; OutDoor-Fitness Lietzenseepark, Charlottenburg; Boddinplatz, Neukölln; Preußenpark, Wilmersdorf

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