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Berlin für wenig Geld: Film, Essen & Mode

/Kino_FREIFILM

Kino ist teuer. Besonders, wenn man am Wochenende Blockbuster anpeilt. Aber große Filme für kleines Geld? Geht auch. An den Kinotagen etwa. Vor allem aber in Kiezkinos. Das ist teils sogar gratis.

Stummfilm im Rollberg
Jeden ersten Mittwochabend im Monat, 20 Uhr, lädt der Verein Morus14, seit Jahren für Schülerbildung im Brennpunktkiez bekannt, zum Stummfilmabend inmitten der Rollbergsiedlung mit Klassikern wie „Panzerkreuzer Potemkin“ oder „Ekstase“: inklusive Snack an der Bar, Einführung und Live-Begleitung von Pianist François Rйgis.
Morus14 Morusstraße 14, Neukölln, jeden 1. Mi im Monat Eintritt gratis (Spende erbeten), http://www.morus14.de/projekte/stummfilm-im-rollberg.html, nächster Termin: Mi 5.2., „Duell“ (1971), Regie: Steven Spielberg

World Wide Cinema
Immer donnerstags verwandelt sich die Bühne der Neuköllner Werkstatt der Kulturen in einen Kinosaal. Dann läuft „World Wide Cinema“: politisch spannendes Weltkino aus Nahost, China oder Afrika. „Mй­nage de la nouvelle“ heißt die jüngste Reihe. Fokus: neue Vorstellungen von Familie.
Werkstatt der Kulturen der Welt Wissmannstraße 32, Neukölln, Do, 19 Uhr, Eintritt gratis, www.werkstatt-der-kulturen.de/world_wide_cinema/

Hörfilmkino im Kleisthaus
Das Kleisthaus ist Sitz des Behindertenbeauftragten der Regierung. Jeden ersten Donnerstagabend im Monat laufen dort bei freiem Eintritt ausgewählte Arthouse-Filme mit (hörbaren) Audiodeskriptionen für sehbehinderte, aber auch andere Kinogänger.
Kleisthaus
Mauerstraße 53, Mitte, jeden ersten Do im Monat, 19 Uhr, Eintritt gratis, Anmeldung: Tel. 185 27 26 48 oder [email protected], www.kleisthaus.de

Weiterlesen: Berlin für wenig Geld: Theater & Klassik 

Filmrauschpalast
Moabits einziges Kino ist eines der lauschigsten und günstigsten Filmtheater der Stadt: mit knapp 50 Sesseln und Holzofen unter dem Dach der Kulturfabrik. Seit 1991 ein Ort für Cineasten, wo täglich Arthouse- oder Indie-Klassiker gezeigt werden – oft OmU.
Kulturfabrik Lehrter Straße 35, Moabit, Eintritt Mo–Mi: 4,50 Ђ, Do–So: 5 Ђ; im Sommer open air, Eintritt frei, www.filmrausch.de

Acud
Das Haus an der Zionskirche zählt zu den Pionieren der Berliner Subkultur. In zwei Kinosälen gibt’s zum Einheitspreis von fünf Euro neben aktuellen Arthouse- und Kinderfilmen junges deutsches Kino zu sehen. Im Acud finden auch die Spezialfestivals One World Berlin mit Fokus auf Menschenrechte und Medien und das Balkan Black Box statt.
Acud Veteranenstraße 21, Mitte, Tel. 44 35 94 98, Eintritt: 5/4,50 Ђ, Kinder: 3 Ђ

Tilsiter Lichtspiele
Das Kiezkino mit angeschlossener Kneipe gilt als zweitältestes Kino der Stadt – und als eines der charaktervollsten. Hier laufen Arthousefilme, Festivalkino und Kinderkino sowie allerlei Sonderveranstaltungen. Zwillingskino des Veranstalterkollektivs ist das Zukunft am Ostkreuz. Mit Stempelkarte ist hier wie dort jeder siebte Film gratis. Tickets kosten durchweg 4,90 Euro.
Tilsiter Lichtspiele Richard-Sorge-Straße 25?a, Friedrichshain, www.tilsiter-lichtspiele.de; Kino Zukunft & Freiluftkino Pompeji
Laskerstraße 5, Friedrichshain, Eintritt bei beiden Kinos: 4,90 Ђ, Kinderkino: 3,90 Ђ, kino-zukunft.de,
freiluftkino-pompeji.de

Lichtblick
Winziges Programmkino, dessen Spielplan konsequent abseits des Mainstreams ist, oft mit Filmreihen und Retrospektiven. In dem nur 32 Plätze fassenden Saal mit Stuckdecke und Klavier finden sich oft Darsteller und Regisseure als Gäste ein. Samstags läuft um Mitternacht „Casablanca“. Das Ticket kostet meist unter sechs Euro, mit Bonuskarte ist jeder siebte Besuch frei.
Lichtblick Kastanienallee 77, Prenzlauer Berg, Eintritt: 5,50 Ђ (bei Überlänge: 6 Ђ; 4,50 Ђ erm.), Kindervorstellungen 3 Ђ, freitags geschlossen,
www.lichtblick-kino.org

Downstairs-Kino
Das Kellerkino im Filmcafй bietet ein bemerkenswertes Programm aus Festival-, Indie- und Doku-Juwelen für 4,50 Ђ. Auch budgetfreundlich: das Filmfrühstück mit Kinofreude an jedem zweiten Sonntag (9,90 Euro).
Das Filmcafй Schliemannstraße 15, Prenzlauer Berg, Eintritt: 4,50 Ђ, Filmfrühstück: 9,90 Ђ (Frühstück mit Prosecco und Film), www.dasfilmcafe.de

Weiterlesen: Berlin für wenig Geld: Kinder & Bildung 

Intimes
Oase der Subkultur im Simon-Dach-Viertel mit Siebziger-Ost-Charme und 100 Plätzen. Nicht mehr ganz so spottbillig wie noch vor wenigen Jahren, aber mit gleich drei Kinotagen immer noch low-budget-freundlich.br />
Intimes Niederbarnimstraße 15, Friedrichshain, Eintritt: Mo–Mi 5,50 Ђ, Do–So 6 Ђ, Kinder 2,50 Ђ

FoodESSEN

Da schmort sich was zusammen: In keiner anderen europäischen Großstadt kann man so günstig gut essen wie in Berlin.

Teilen und Tauschen
Es soll Berliner und Berlinerinnen geben, die Kefirlimonaden fermentieren, Schnäpse brennen oder Lakritzstangen ziehen. Doch auch derjenige, der nur die Mirabellen vom Baum vorm Büro einkocht, hat bald ein Problem: viel zu viel vom Immergleichen. Deshalb haben Cathrin Brandes und Pamela Dorsch foodXchange berlin initiiert, eine Tauschbörse für selbst gemachte Lebensmittel. Immer am letzten Mittwoch im Monat, für gewöhnlich in der Kreuzberger Markthalle Neun. Mitmachen kann jeder, wobei neben urbanen Gärtnern und Hobbyköchen auch Laubenpieper alter Schule eingeladen sind.
FoodXchange Berlin www.foodxchangeberlin.wordpress.com

Sparmenü
In keiner anderen europäischen Großstadt kann man so günstig gut essen wie in Berlin. Eine der besten günstigen Ideen: Pauschale Menüangebote, wie sie das Schlesisch Blau am Schlesischen Tor oder Der Hahn ist tot am Zionskirchplatz bieten: vier Gänge für jeweils unter 20 Euro. Gespart wird weder an der Atmosphäre noch an den Grundzutaten. Man rückt einfach etwas enger zusammen – auch in den Töpfen, wo etwa Schmorgerichte eine schlanke Küchencrew erlauben. Ausgefallenes – selbstgemachte Fruchtessige hier, gratinierte Miesmuscheln dort – gibt es dennoch. Delikates sowieso.
Der Hahn ist Tot Zionskirchstraße 40, Mitte, Tel. 65 70 67 56 www.der-hahn-ist-tot.de; Schlesisch Blau Köpenicker Straße 1, Kreuzberg,
Tel. 69 81 45 38 www.facebook.com/schlesisch.blau

Weiterlesen: Berlin für wenig Geld : Pop & Rock, Ausstellungen und Freizeit

Späte Vögel
Last-Minute-Preise gibt es beim Biobäcker oder auf dem Wochenmarkt. Damit aber  beide, Käufer und Verkäufer, etwas vom Rabatt kurz vor Ladenschluss haben, muss und sollte man nehmen, was übrig geblieben ist. Steigert ja auch die Kreativität beim Kochen. Und hilft gegen Vorurteile – über die lange verschmähte Pastinake beispielsweise.

KleidungMODE

Teilen statt kaufen“ lautet für Fashion-Freaks die neue, kostengünstige Devise, die über unterhaltsame Kleidertauschpartys oder einen neuartigen Klamottenverleih funktioniert. Aber auch ungebrauchte Designer-Ware von hippen Modemachern ist in Berlin günstig zu haben.

Kleidertausch
Alle zwei Monate findet der „Troc“ statt, eine Kleidertausch-Party des Vereins Gelegenheiten. Jeder, der gut erhaltene Kleidungsstücke mitbringt, darf sich im Gegenzug alles aussuchen, was ihn anlacht. Das funktioniert auch auf der Kleidertausch-Plattform Common Vintage, auf der Nutzerinnen online Kleidungsstücke untereinander tauschen – manchmal aber auch offline in Berlin.
Kleider-Troc Weserstraße 50, Neukölln, www.gelegenheiten-berlin.de; Common Vintage Tauschpartys an ­wechselnden Orten,
www.commonvintage.com

Kleiderverleih
Wie ein kollektiver Kleiderschrank funktioniert die Neuköllner Kleiderei: Gegen eine Monatspauschale können Kunden bis zu vier Teile leihen, nach zwei Wochen müssen sie die Kleidung wieder zurückbringen und können sich was Neues aussuchen. Ähnlich funktioniert der Laden Veist Kleidergeschichten. Von den circa 500 Kleidungsstücken sind um die 200 für den Verleih bestimmt. Auf Wunsch helfen bei der Zusammenstellung eines Outfits die modeaffinen Inhaberinnen.
Kleiderei Flughafenstraße 50, ­Neukölln, Mo–Mi 17–20 Uhr, 14 Ђ/ Monatsleihpauschale, www.facebook.com/kleiderei; Veist Kleidergeschichten
Selchower Straße 32, Neukölln, Mo–Fr 14–20 Uhr, Sa 12–18 Uhr, ab 5 Ђ pro Outfit/Woche,
www.veistberlin.com
Designer Sale
Michalsky, Acne oder Victoria Beckham – in den Hallen der Station-Berlin hängen sie alle. Zweimal jährlich findet an dem Ort, wo sonst die Premium-Modemesse stattfindet, ein Designer Sale statt. Beim Kauf der Rest- und Musterware sparen Fashion-Freaks zwischen 50 und 70 Prozent. Außerdem legt ein DJ auf.
Station-Berlin Luckenwalder Straße 4-6, Kreuzberg, nächster ­Termin im April (genaues Datum steht noch nicht fest), www.designer-sale-berlin.com

Schuhe
Riccardo Cartillone ist ein in Berlin lebender Italiener, der in Italien hochwertige Schuhe produzieren lässt. Das Paar ist selten unter 200 Euro zu haben – außer im Outlet, da kostet es die Hälfte. Ähnlich verhält es sich mit den modisch-markanten Öko-Schuhen der Berliner Marke Trippen, die im Fabrikverkauf deutlich günstiger zu haben sind.
Riccardo Cartillone Outlet Savignyplatz 4, Charlottenburg, Mo–Sa 10–20 Uhr, www.cartillone.de; Trippen Fabrikverkauf Köpenicker Straße 187-188, Kreuzberg, Mo–Sa 10–18 Uhr, www.trippen.com

Texte: Eva Apraku, Roy Fabian, Clemens Niedenthal, Ulrike Rechel, Rebekka Wiese, Patrick Wildermann, Illustrationen: Karolin Rigaud

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