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Kultur-Tipps für dieses Wochenende von Party bis Oper

In Sachen Kultur hat Berlin einiges zu bieten – vor allem jetzt, da wieder einiges möglich ist. Weil es da nicht leicht fällt, den Überblick zu behalten, findet ihr hier jede Woche unsere Kultur-Tipps fürs Wochenende. Von Bühne bis Club, von Lesung bis Konzert. Oft sind es kleine, besondere Veranstaltungen, dazu natürlich echte Höhepunkte. Unsere Kultur-Tipps fürs Wochenende.


Musik: “The Sound of Distance” im HKW

Andreas Belfi ist Teil des Festivals „The Sound of Distance“. Foto: Steve Glashier

Klang bestimmt zu einem Großteil unsere räumliche Wahrnehmung. Wie also beeinflussen Klang und Architektur einander? Das Festival „The Sound of Distance“ ist angetreten, diese Wechselwirkung auszuloten, und zwar im Haus der Kulturen der Welt. Wie würde das klanggewordene Gebäude tönen? Und: Was liegt in pandemischen Zeiten näher, als das Konzept der Distanz einzubeziehen? So erstreckt sich der Klangradius nicht nur auf das HKW und den benachbarten Glockenturm – auch die umliegenden Regierungsgebäude finden Widerhall. (Victoriah Szirmai)

  • HKW John-Foster-Dulles-Allee 10, Tiergarten Do, 21.–So, 24.10., jeweils ab 16 Uhr, Abendtickets: 13/10 €; Festivalpass: 30 €

Klassik: “Götterdämmerung” in der Deutschen Oper

Götterdämmerung in der Deutschen Oper. Foto: Nina Stemme

Die Pandemie wirbelte die Reihenfolge der einzelnen Teile von Stefan Herheims Neuinszenierung des Opus magnum von Richard Wagner durcheinander. So feierte „Die Walküre“ bereits Ende 2020 Premiere, während das vorgelagerte „Rheingold“ erst im Sommer auf die Bühne kam. Nun folgt die eigentlich finale „Götterdämmerung” vor „Siegfried”, der wiederum im November Premiere feierte. Zwischen November und Januar ist der „Ring”-Zyklus dann auch in der vorgesehenen Reihenfolge zu erleben.

  • Deutsche Oper Bismarckstr. 35, Charlottenburg, So 24.10., 16 Uhr, 32-210 €

Kunst: Finale der Roma Biennale 

2. Roma Biennale mit dem Titel „WE ARE HERE“. Foto: Roland K orponovics

„WE ARE HERE!“ lautet der Titel der 2. Roma Biennale – ein Wir-sind-hier und das trotz einer jahrhundertelangen Diskriminierung und Verfolgung, die bis in die Gegenwart reicht. Knapp acht Monate lang erforschten internationalen Künstler:innen mit und ohne Roma-Identität verschiedene Aspekte des Hier-Seins. Neben Plakatgalerien im öffentlichen Raum waren die bisher vor allem in der Online-Ausstellung roma-biennale.com zu sehen.

Am 24. Oktober, anlässlich des 9. Jahrestages der Einweihung des Denkmals für die ermordeten Sinti und Roma Europas, wird die Biennale im Acud feierlich abgeschlossen. In einer Ausstellung sind interdisziplinäre Arbeiten aller beteiligten Künstler:innen zu sehen, gefolgt von Livemusik und DJ-Set am Abend.

  • Acud macht neu Veteranenstr. 21, Mitte, S0 24.10., 14–23 Uhr, Eintritt frei, Info

Kiezkunst: Das Natural Habitat der Kunstszene in Prenzlauer Berg

Was verbirgt sich in den Ateliers, Werkstätten und digitalen Speichern der Künstler*innen des Prenzlauer Bergs? Genau das bringt das Kiezkunstkulturfest an der Ecke Kopenhagener Straße/Sonnenburgerstraße am 23. Oktober ans Tageslicht. Bei dieser Outdoor-Ausstellung in einer der beliebtesten Straßen des Gleimkiez‘ sind die Besucherinnen einen Tag lang eingeladen, kleine Einblicke in das Schaffen lokaler Künstler:innen zu erhalten. Das öffentliche Straßenland dient dabei dem H&C-Kollektiv in Kooperation mit dem Eckladen „ _ _ _ _ Salon“, als Präsentationsfläche. Gezeigt wird unter anderem die Fotoausstellung NATURAL HABITAT des Künstlers Max „Magi“ Stedtfeld. Seine Bilder beschäftigen sich mit menschlichen Begegnungen. Dabei inszeniert er aus dem Moment heraus surreale, zumeist urbane Situationen. Weitere Highlights des Kiezkunstkulturfests sind Sound Installationen von DJ Sined, Schokoladenkreationen von CC/104 und die handgefertigten Stühle des Künstlers Simsa.

  • Kopenhagener Straße 64, Sa 23.10., 14–22 Uhr, mehr Infos online

Party: Samstags im Æden 

Mama Snake kommt vorbei. Foto: Aeden Berlin

Mama Snakes Fans, so heißt es, sind besonders hingebungsvoll, wenn sie zu ihren Sets tanzen, besonders energetisch. Sie bringen die Stimmung auf dem Dancefloor zu einem Level, an dem man gar nicht anders kann, als sich dem Tanzen ebenfalls komplett hinzugeben. Wir haben es erlebt. Und können bestätigen: Diese legendären Momente auf der Tanzfläche entstehen nicht einfach so, sondern weil Mama Snake einfach grandios auflegt. Am Samstag spielt die Kopenhagener DJ im Æden. Wer mal wieder richtig tanzen, statt die Nacht quatschend in einer dunklen Ecke eines Clubs zu verbringen, ist bei dieser Party richtig. 

  • Æden Schleusenufer 3, Kreuzberg, Sa 23.10., ab 22 Uhr

Konzert: Berlin Boom Orchestra

Bei den „Reggae-Punks“ brennt die Luft. Foto: Caren Pauli

Der Titel ihres vorletzten Albums „Reggae-Punks“ (2019) kann durchaus als Selbstbeschreibung gelten. Die neunköpfige Formation verknüpft Ska und Reggae mit einer klaren Haltung gegen Rassismus, Homophobie, Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Corona-Zwangspause nutzten die Musiker, um ihr neues Album „Im Sitzen geht’s“ einzuspielen, das sie heute vorstellen.

  • Kulturbrauerei/Kesselhaus Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, So 24.10., 20 Uhr, VVK: 20 €, weitere Infos und Tickets hier

Stil: Modeprojekt für junge Menschen in Problemsituationen

Projekt „People“: Chance für Jugendliche mit Problemen. Foto: Jana Germering

Das Berliner Modeprojekt „People“ lädt Jugendliche ein, gemeinsam mit Designerinnen eine Kollektion zu kreieren. Das Besondere: Junge Menschen, die suchtmittelabhängig, psychisch erkrankt oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind, erhalten hier eine Stimme im Design und die Möglichkeit, sich einer kreativen Herausforderung zu stellen. Gefertigt wird die Mode in Berlin, und 100 Prozent der Erlöse fließen zurück in das Projekt. Die Kollektion – inzwischen auch eine für Männer – wird über den Online-Shop des Projekts verkauft, aber es gibt sie aktuell auch in einem Pop-up-Store zum Anfassen und Kaufen.

  • Folkdays Manteuffelstr. 19, Kreuzberg, noch bis 23.10., Mo–Fr 12–19 Uhr, Sa 12–18 Uhr

Literatur: Romy Schneiders Tochter Sarah Biasini über die Mutter, die ihr so früh fehlte

Sarah Biasini ist, wie ihre Mutter Romy Schneider, Schauspielerin geworden. Nur vier Jahre alt war sie, als Romy Schneider 1982 starb. In ihrem ersten Buch „Die Schönheit des Himmels“ schreibt Sarah Biasini ihrerseits an ihre neugeborene Tochter – und ergründet die Beziehung zu ihrer Mutter, die ihr so früh genommen wurde. Sie geht dabei auf berührende Weise der Frage nach, wie man um eine Mutter trauert, die die ganze Welt so sehr verehrt hat. Und schreibt unter anderem über jene Frauen, die ihr die Mutter ersetzten. Die Berliner Buchpremiere findet exakt einen Tag vor Erscheinen des Buches statt.

  • Pfefferberg Theater Schönhauser Allee 176, Prenzlauer Berg, So 24.10., 16 Uhr, 15 € plus VVK-Geb./Abendkasse 17 € 

Ausstellung: Ruth Walz und die Bretter der Welt

„Winterreise im Olympiastadion“, Olympiastadion Berlin 1977, Textfragmente aus Friedrich Hölderlin: Hyperion,
Regie: Klaus Michael Grüber, Bühne: Antonio Recalcati, © Ruth Walz

Sie ist eine der bekanntesten Fotografin, die die Berliner Lette-Schule absolviert hat. Ruth Walz arbeitete lang an der Berliner Schaubühne, fotografierte für die Regisseure Peter Stein, Luc Bondy und Robert Wilson, hielt in Schwarz-Weiß Stücke von Botho Strauß fest und in Farbe Wagners Parsifal in Paris. Das Museum für Fotografie widmet der Theaterfotografin eine Werkschau, zudem auch Einblicke in das Labor von Walz gehören sowie ein Kapitel zu ihrem Lebensgefährten, dem 2019 verstorbenen Schauspieler Bruno Ganz. Eine zweite Ausstellung bindet Walz‘ Werk in den großen Zusammenhang ein: Ein Rückblick auf die 1920er-Jahre zeigt Fotografien mit Walter Kolli, Hertha Feist und vielen anderen, die das Theater der schnellen Zwanziger mitprägten.

  • Museum für Fotografie Jebensstr. 2, Di-So 11-19, Do bis 20 Uhr, 10/ 5 €, bis 18 J. frei, Zeittickets: www.smb.museum, bis 13.2.

Genuss: Eis und heiße Schokolade bei Jones

Das erdbeerigste Erdbeereis in Berlin bei der Eisdiele Jones Ice Cream
Das erdbeerigste Erdbeereis in Berlin. Foto: Jones Ice Cream

Es ist so weit: wir müssen uns eindeutig vom spätesten Spätsommer verabschieden. Und das tun wir bei Jones Icecream besonders gerne, die dieses Jahr auch in der kalten Jahreszeit erhalten bleiben. Uns steht zwar der Kopf nicht mehr nach sommerlichen Sorbets, aber wir schlecken aktuell gerne das vegane Piemont-Haselnusseis, am besten auf einer buttrigen Waffel und dazu schaumig-süße heiße Schokolade.

  • Jones Icecream Goltzstraße 3, Schöneberg, tgl. 12–19 Uhr

TV: Milk

Gus Van Sants mehrfach preisgekröntes Biopic handelt von harvey Milk, einem US-amerikanischen Bürgerrechtler der Schwulen- und Lesbenbewegung. Nachdem er 1970 mit seinem Lebensgefährten von new York nach San Francisco gezogen war, entdeckt Milk seine Leidenschaft für die Politik. als erster Schwuler wird er in den Stadtrat einer US-Großstadt gewählt und kämpft gegen ein Referendum, das schwulen Lehrern berufsverbot erteilen soll.

  • Milk Sonnabend, 23.10., 21.45 Uhr, One

Stream: The Problem With Jon Stewart

Jon Stewart ist zurück im Fernsehen, mit einem Format, das TV-Geschichte schreiben könnte: Pro Folge spricht Stewart ein Problem der amerikanischen Politik an, stellt es in einem äußerst sarkastischen Stand-Up vor, spricht anschließend mit Betroffenen und grillt zum Schluss einen Verantwortlichen. In der ersten Folge etwa geht es um die Müllbeseitigung der US-Armee seit dem Irakkrieg: alte Uniformen, Kunststoff, ganze Maschinen, normaler Hausmüll, aber eben auch menschliche Gliedmaßen und tonnenweise Fäkalien werden in Brandgruben abgefackelt. Die giftigen Dämpfe (Benzole, Dioxin) haben bei Hunderten von Veteranen verschiedene Arten von Krebs ausgelöst. Und die müssen um Entschädigungen kämpfen, wenn ihr Einsatz länger als sieben Jahre zurückliegt. Jon Stewart ist geladen, und er hat Grund dafür. LuG

  • Apple TV+ seit 30.9., alle 14 Tage eine neue Episode à 45 Min

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