Stadterkundung

12 Kinder- und Jugendbücher, die in Berlin spielen

Kinder und Jugendliche, die ihrem Alter entsprechend jetzt eigentlich die Welt – oder wenigstens ihre eigene Stadt entdecken möchten – gelten als die Hauptleidtragenden des derzeitigen verschärften Corona-Lockdowns. Vielleicht eine gute Gelegenheit für sie, Berlin einmal aus literarischer Perspektive zu erkunden.

Es gibt zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, die in Berlin spielen – wir haben 12 Empfehlungen für euch.

In mindestens rund 400 Kinder- und Jugendbuchtiteln, so weiß man es bei Lesart, dem Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur, kreist das Geschehen um den Schauplatz Berlin. Mithilfe dieser Bücher und deren Hauptfiguren lassen sich nicht nur einzelne Bezirke und Milieus ganz neu entdecken. Man kann mit ihnen auch Zeitreisen unternehmen: Die Geschichte der Stadt, mal nur als leichte Schwingung im Hintergrund bemerkbar, mal als einschneidendes, dramaturgisches Moment, gewinnt eine ungeahnte, lebhafte Kontur.

Eva Apraku und Lars Penning haben 12 Empfehlungen – sie sind nach ihrem Ersterscheinungsjahr geordnet.


„Emil und die Detektive“: Vom Nollendorf- zum Alexanderplatz

Kinderbuchklassiker (ab ca. 8 Jahre) Der Schurke Herr Grundeis, der dem 12-jährigen Emil im Zug 140 Mark gestohlen hat, residiert ganz unverfroren in einem Hotel am Nollendorfplatz – auch wenn Autor Erich Kästner schon in einer Vorrede zu seinem berühmten, 1929 erstmals veröffentlichten Jugendroman zugibt, das Hotel an diesem Ort erfunden zu haben. Doch wenn Emils neuer Freund Gustav mit der Hupe an der Trautenaustraße auftaucht, Gustavs Kumpels am Nikolsburger Platz ihre Detektiv-Zentrale einrichten und die Kinder bei der Verfolgung des Ganoven im Taxi die Motzstraße hinunterbrausen, dann stimmt die Schöneberger und Wilmersdorfer Topografie ganz genau.

Am Ende geht es auch noch zum Alexanderplatz – vor allem für Herrn Grundeis, denn dort ist das Polizeipräsidium. Jedenfalls damals, als dieser unverwüstliche Klassiker – sozusagen der Urvater aller Berlinromane für Kinder und Jugendliche – entstand. LP

  • Erich Kästner: „Emil und die Detektive“, Atrium Verlag, 176 Seiten, ca. 14 €

Brüder wie Freunde„: Im Prenzlauer Berg der Nachkriegszeit

Entwicklungsroman (ab ca. 12 Jahre) Es ist keine heile Welt, in die Frank, 7, und sein Bruder „Burkie“ Burkhard, 14, hineingeboren wurden: Rund um den Dreh- und Angelpunkt ihres noch jungen Lebens, der Kneipe „Zur gemütlichen Ecke“ an der Prenzlauer Allee, Ecke Raumerstraße, mit der ihre Mutter Lisa Gaspard für den Lebensunterhalt der Restfamilie rackert, erinnern Ruinengrundstücke an den zweiten Weltkrieg. Dessen Ende liegt im Buch erst fünf Jahre zurück. Franks Vater ist darin als Soldat gestorben, Burkies Vater wurde früh von einer Krankheit dahingerafft.

Umso tiefer sind die beiden „Brüder wie Freunde“, so der Titel des ersten Bandes von Klaus Kordons Romantriologie um das Nachkriegskind Frank Gaspard, miteinander verbunden. Frank bewundert den älteren Bruder rückhaltlos, schaut dem Fußballtalent beim Kicken auf dem nahe gelegenen Nordmarkplatz (heute: Fröbelplatz) zu und darf ihn sogar einmal zum Badeausflug nach Grünau begleiten – obwohl Burkies Freundin Moni mit dabei ist.

Wie der wenig fürsorglicher Stiefvater – und ein schrecklicher Schicksalsschlag – später Franks Gleichgewicht ins Wanken bringt, beschreibt Kordon mit schnörkellosen, aber umso eindringlicheren Worten. EA

  • Klaus Kordon: „Brüder wie Freunde“, Gulliver von Beltz & Gelberg; Neuausgabe mit neuem Einband Edition, März 2000 (1. Auflage: 1978), Taschenbuch 6,99 €

„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“: Von der Gropiusstadt zum Strich am Zoo

Biografie (ab ca. 16 Jahre) Wenn man in einer dysfunktionalen Familie mit Sucht- und Gewaltproblematik und noch dazu in einer unwirtlichen Betonhochhaus-Gegend wie der Neuköllner Gropiusstadt aufwächst, dann ist es schon sehr schwierig, im Leben nicht ähnlich aus der Bahn geworfen zu werden wie einst Christiane F. aus „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Der Bestseller, der auf Interviews der „Stern“-Reporter Kai Hermann und Horst Rieck mit der damals 16-jährigen Christiane Felscherinow beruht, zeichnet im O-Ton ihren Werdegang nach. Von der 12-Jährigen, die im evangelischen Jugendzentrum „Haus der Mitte“ erstmals Haschisch raucht, über die minderjährige Besucherin der Disco S.O.U.N.D. in Tiergarten, bis zu ihrer Heroin-Beschaffungsprostitution beim Straßenstrich am Bahnhof Zoo mit 14 Jahren.

Christiane F.s wach rüttelnder Bericht wurde nicht nur vielfach neu aufgelegt, in viele Sprachen übersetzt und auch verfilmt. 2021 startet bei Amazon Prime auch eine neue Serie über ihr Leben. EA

  • Kai Hermann, Horst Dieck, Christiane F.: „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, Carlsen 8. Auflage 2017 (1.Auflage: 1979, „Stern“-Verlag, in dem über 50 Auflagen erschienen), 368 S., 9,99 €

„Lackschuhtussi“: Rund um den Winterfeldtplatz

Kinderkrimi (ab ca. 9 Jahre) Irgendwann, davon träumt die elfjährige Karola in ihrem Zimmer, kommt sie ganz groß raus: Als allseits bewunderte Sängerin Carol Candy vor großem Publikum – in der Berliner Waldbühne natürlich. Tatsächlich aber fristet Karola das langweilige Leben einer überbehüteten Tochter, die nichts alleine entscheiden darf. Und in diesem Sommer fällt sogar die Urlaubsreise flach. Stattdessen heißt es zuhause bleiben. Oder, weil ihre Mutter unbedingt etwas „kulturell Wertvolles“ machen will, einen öden Ausflug zum Schloss Sanssouci nach Potsdam unternehmen.

Mit ihrem Frust futtert Karola auch jede Menge Süßigkeiten in sich hinein. Erst als mit den Mazzolinis eine Artistenfamilie in den vierten Stock ihres Hauses in der Nähe des Winterfeldtplatzes einzieht, kommt Abwechslung auf. Wenn auch mit deren gleichaltriger Tochter Romina oft nur schlecht Kirschen essen ist: Sie ist launisch und putzt Karola regelmäßig als „Fettarsch“ oder „Lackschuhtussi“, so auch der Titel von Martina Dierks Kinderkrimi, herunter.

Erst als die beiden auf der Suche nach Rominas Kaninchen versehentlich in einem mysteriösen Antiquitätenladen auf der Winterfeldstraße eingesperrt werden – und dabei einem Gangster-Trio auf die Schliche kommen – zeigt sich die sonst so coole Artistentochter von ihrer verletzlichen Seite. Der Auflösung eines Kriminalfalls – und einer Freundschaft der beiden Mädchen – steht bald nichts mehr im Wege. EA

  • Martina Dierks: „Lackschuhtussi“, Altberliner Verlag 1995, 183 Seiten, nur noch antiquarisch oder in Bibliotheken zu haben

„Odem: On The Run“: Von Charlottenburg in den Graffiti-Untergrund

Biografie (ab ca. 16 Jahren) Die Kinder sollen es mal besser haben. Davon sind die hart arbeitenden kroatischen Eltern von Petar Kundid und seiner Schwester beseelt. In engsten Verhältnissen haust die Familie parterre in einer Charlottenburger Hinterhofwohnung, jeder Pfennig wird für das eigene Haus in Buckow gespart. Gespart wird aber auch an Zeit und Verständnis für den heranwachsenden Sohn. Der sucht stattdessen Anerkennung und Abenteuer in der aufblühenden Graffiti-Szene im Berlin der 1980er-Jahre.

Mit dem Mauerfall nimmt die Writer-Karriere von ODEM, so nennt sich Kundid später, an Fahrt auf. In einer Tour de Force geht es in der von Jürgen Deppe meisterhaft und atemlos geschriebenen Biografie zum Farbdosen-Stehlen in Berlins Baumärkte, etwa nach Mariendorf. Zu heimlichen Sprühaktionen im S-Bahn-Depot in Schöneweide. Und zu einer emotionalen Achterbahnfahrt, zwischen Hoffnung und Arroganz, Euphorie und Verzweiflung. Wer sich inspiriert fühlt, aber weniger Risiken eingehen will: An diesen Orten ist Sprayen in Berlin legal. EA

  • Jürgen Teppe: „Odem: On The Run. Eine Jugend in der Graffiti-Szene“, Schwarzkopf Verlag, 5. Auflage Berlin 2015 (1. Auflage: 1997), 14,99 €, 344 Seiten

„Arabboy“: In der Parallelgesellschaft des Neuköllner Rollbergviertels

Jugendroman (ab ca. 15 Jahren) Als Rashid A., Sohn palästinensisch-libanesischer Flüchtlinge, auf die Neuköllner Rütli-Schule ging, war dies noch nicht der viel gelobte Rütli-Campus, der mit neuesten Lernmethoden glänzt, sondern eine Hauptschule, auf der das Lehrpersonal sich vor seinen Schützlingen fürchtete. Umgekehrt wurden für die hauptsächlich arabisch- und türkischstämmigen Zöglinge auf der Rütli nur wenig Perspektiven eröffnet: Rashid A. etwa wird mit der Bemerkung aus der Schule entlassen, mit seinen Noten könne er allenfalls in einer Dönerbude arbeiten.

Dabei verfolgt der Teenager bald viel einträglichere Pläne, orientiert sich an den „Mega-Checkern“ in seinem Rollberg-Viertel und verdingt sich als Anführer einer Gang. Er wird Einbrecher, Drogendealer, Zuhälter. Wie machtbesessen und gewissenlos der „Arabboy“, so der Titel des Buches, dabei vorgeht, schildert die Autorin Güner Yasemin Balcı mit unsentimentalen Worten. Spart dabei aber auch nicht aus, wie hoch der Preis ist, den auch Rashid für seine „Karriere“ zahlen muss. EA

  • Güner Yasemin Balcı: „Arabboy“, S. Fischer 2008, 288 Seiten, 9,99 €

„Rico, Oskar und die Tieferschatten“: Von der Dieffenbachstraße bis Tempelhof

Kinderkrimi (ab ca. 8 Jahre) Wenn man, wie Rico, tiefbegabt ist und sich nur schwer konzentrieren kann, kullern die Gedanken im Kopf manchmal genauso wirr herum wie die Kugeln in der Ziehungstrommel beim Lotto. Gut, dass wenigstens in Ricos Kreuzberger Kiez eine gewisse überschaubare Ordnung herrscht: Alles, was der Zehnjährige und seine alleinerziehende Mutter so brauchen, gibt es in ihrer Gegend rund um die Dieffenbachstraße, wo sie in der Nummer 93 wohnen: einen Edeka, einen Metzger und Bäcker, einen Spätkauf, außerdem einen Gemüse- und einen Getränkehändler.

Auch das Förderzentrum, in dem Rico zur Schule geht, liegt nahe hinter der Admiralbrücke und ist fußläufig erreichbar. Da dürfte ihm und seinem neuen Freund, dem hochbegabten Oskar, doch auch durch diesen ominösen Mister 2000, ein Kindesentführer, über den das Fernsehen berichtet hat, doch eigentlich keine Gefahr drohen. Als es dann doch anders kommt, wächst der Held in Andreas Steinhöfels „Rico, Oskar und die Tieferschatten“, dem ersten Band der Rico-Reihe, Schritt für Schritt über sich selbst hinaus und traut sich auf der Suche nach seinem einzigen Freund unter anderem sogar alleine nach Tempelhof. Und in einen labyrinthischen, gruseligen Keller in der „Dieffe 93“. EA

  • Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten„, Carlsen Verlag, 1. Auflage 2008, 224 Seiten, Taschenbuch: 6,99 €

„Berlin“-Wimmelbuch: Vom Zoologischen Garten zum Potsdamer Platz

Wimmelbuch (ab ca. 2 Jahre) Auch kleine Kinder, die des Lesens noch nicht mächtig sind, können per Buch durch die Hauptstadt reisen. Jedenfalls mithilfe des großformatigen, bunten Wimmelbuchs der Illustratorin Judith Drews. Ausgehend vom Missgeschick des Tierpflegers Gerd, der vergessen hat, das Eingangstor des Zoologischen Gartens in Berlin zu schließen, verfolgen die kleinen Leserinnen und Leser auf zwölf festen Pappseiten, wohin die frei gewordenen Tiger, Nashörner und Elefanten es nun treibt: Man findet sie etwa beim Fernsehturm, im Mauerpark, am Potsdamer Platz oder Unter den Linden. Vielleicht erkennt so manches Kind markante Gebäude und Plätze ja auch eigenständig wieder. Und bekommt Lust auf Ausflüge dorthin. EA

  • Judith Drews (Illustration): „Berlin“, Wimmelbuchverlag 2010, 12 Seiten, 34cm x 25,9 cm, 9,95 €

„Bevor die Nacht geht“: Vom Südkreuz durch Berlins Szene-Bezirke

Jugendliebesroman (ab ca. 14 Jahre) Als Kim, eine Fast-18-Jährige im Abschlussjahr ihres Weddinger Gymnasiums, in der S-Bahn zum Südkreuz auf diesen verträumt durch die Scheibe nach draußen blickenden, schwarzgelockten, hübschen Jungen trifft, kann sie nicht anders – und spricht ihn an. Kims Glück: Am Tag vor seiner Abreise zu dem auf ein Jahr befristeten Aufenthalt in Brasilien hat Jacob nicht wirklich etwas Wichtiges zu tun und folgt Kim so bereitwillig wie neugierig auf eine Entdeckungsreise durch die Stadt.

Während die beiden Teenager sich zuerst durch ein großes Möbelhaus, später durch die Kreuzberger Bergmannstraße, die Neuköllner Sonnenallee und das nächtliche Friedrichshain treiben lassen, wächst die Spanunng zwischen ihnen: Zunehmend, so schildert es die Erzählerin Patrycja Spychalski in ihrem Buch „Bevor die Nacht geht“ abwechselnd aus der Perspektive mal von Kim, dann von Jacob, sind die beiden Teenager voneinander fasziniert, fürchten sich aber gleichzeitig vor Abweisung. Und dann steht ja auch noch der heranrückende Abflug Jacobs nach Brasilien an. EA

  • Patrycja Spychalski: „Bevor die Nacht geht“, Random House cbt 2014, 288 Seiten, gedruckt nur noch antiquarisch und in Bibliotheken, sonst als E-Book (11,99 €) erhältlich

„Einsteigen bitte!“: Mit der U-Bahn zur Berliner Straße

Wimmelbuch mit einigen Texten (ab ca. 3 Jahre) Müge Güngör, die von allen nur „Mücke“ gerufen wird, ist zwar erst acht, kann aber schon alleine U-Bahn fahren. Als sie und ihre Mutter einmal gebeten werden, auf das Nachbarskind, den vierjährigen Florian, genannt „Floh“, aufzupassen, entwischen die beiden Kinder zu einem unterirdischen Abenteuer: Ab Rathaus Neukölln nehmen sie die U7 – und staunen, welche skurrilen, spannenden oder ungewöhnlich ausgestatteten Personen sie unterwegs in der U-Bahn alles antreffen, wer an den einzelnen Stationen ein- und wer aussteigt.

Detailreich hat die Illustratorin Sabine Knauf Doppelseite für Doppelseite das vielfältige Leben im Berliner Verkehrsuntergrund gezeichnet: Musiker treten auf, Menschen transportieren sperrige Gegenstände, treffen sich unerwartet wieder, telefonieren laut – in Sprechblasen – zum „Mithören“. Beide Kinder zeigen, was man in Berlins Untergrund alles erleben kann –  wenn man nicht, wie die Großen, ständig auf das Smartphone starrt. EA

  • Sabine Knauf: „Einsteigen bitte! Mücke und Floh fahren U-Bahn“, Jacoby & Stuart 2015, 32 S., 8,95 €

„Im Labyrinth der Lügen“: Im Pergamonmuseum und durch Mitte 

Kinderkrimi (ab ca. 10 Jahre) Oberflächlich betrachtet ist Onkel Henri „nur“ Nachtwächter im Pergamonmuseum. Tatsächlich aber kann man tolle Sachen mit ihm erleben. Einmal zeigt er Paul hinter einer Plane beim Bahnhof Friedrichstraße den einstigen Zugang zu einem Tunnel: Bis zu seiner Entdeckung war das ein Fluchtweg nach Westberlin. Paul und sein Onkel leben in Ost-Berlin der 80er Jahre, während Pauls Eltern nach einem Fluchtversuch und zwei Gefängnisjahren in den Westen abgeschoben wurden – ohne Paul.

Was es mit diesem Ost- und West-Berlin so auf sich hatte, das erfahren junge Leser*innen ganz beiläufig, während sie mit Paul, seiner Klassenkameradin Millie, Onkel Henri und einem undurchschaubaren Professor versuchen, mehr über Hieroglyphentafeln im Depot des Pergamonmuseums zu erfahren. Auf ihren Touren durch die Oranienburger- und die Auguststraße, das Interhotel Metropol an der Friedrichstraße bis hin ins Theater am Schiffbauerdamm sieht sich das Trio bald im Visier von Stasi-Mitarbeitern.

Aber auch Onkel Henri verhält sich seltsam, scheint nicht immer die Wahrheit zu sagen. Als Paul endlich aus dem „Labyrinth der Lügen“, so der Titel von Ute Krauses Buch, herausfindet – und zu seinen Eltern ins West-Berliner Schöneberg ausreisen darf – war dann doch alles ganz anders als lange Zeit gedacht. EA

  • Ute Krause: „Im Labyrinth der Lügen“, Random House, cbj Kinderbuch, 3. Auflage März 2018, 288 Seiten, Taschenbuch, 8,99 €

„Nelly und die Berlinchen“: Auf dem Tempelhofer Feld

Reim- und Bilderbuch (ab ca. 4 Jahre) Solche entspannten freien Tage mit viel Platz und friedlich gestimmten Menschen – die kann man so wohl nur in Berlin erleben. Dass der Schauplatz von Karin Beeses Kinderbuch „Nelly und die Berlinchen. Die Schatzsuche“ das Tempelhofer Feld ist, wird zwar an keiner Stelle erwähnt. Wer die Illustrationen von Mathilde Rousseau aber betrachtet, erkennt die Örtlichkeit sofort wieder: Die weite, grüne, mit zahlreichen Picknickdecken sowie Menschen diverser Ethnien belegte Wiese wird nur am Rand ein wenig von Gebüschen begrenzt. Und im Hintergrund signalisiert der Fernsehturm hauptstädtisches Flair.

Auch die eigentliche, in lustigen Reimen beschriebene Schatzsuche hilft, sich zurechtzufinden: Die Hauptfigur Nelly, ein Schwarzes Mädchen, und ihre Freundinnen Amina, Tochter von muslimisch wahrgenommenen Eltern, sowie die blonde Hannah, verstecken und suchen ihre Schätze auf einer Fläche mit zahlreichen Hochbeeten: Der Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor nahe der Neuköllner Oderstraße. EA

  • Karin Beese, Mathilde Rousseau: „Nelly und die Berlinchen. Die Schatzsuche“, HaWandel Verlag 2019, 36 S., 9,90 €

Rund 400 Berlin-Bücher für junge Menschen in der Präsenzbibliothek

Lesart, das Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur, verfügt über eine Präsenzbibliothek mit rund 400 Kinder- und Jugendbüchern, die in Berlin spielen. Die Sammlung umfasst Bücher aus der Zeit vor 1945 (Originalausgaben, Nachauflagen oder Reprints) und nach 1945 (Bilderbücher, Märchen und Sagen, Belletristik, Biographien und Autobiographien, Stadtführer, Informationsmaterial). Die Benutzung der Bibliothek ist nach Absprache möglich. Neuere Empfehlungen zu Kinder- und Jugendbüchern mit dem Schauplatz Berlin finden sich unter anderem zudem auf der Website „Der Rote Elefant“ der Gemeinschaft zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur e.V..

  • Lesart Weinmeisterstraße 5, Mitte, Website
  • Der Rote Elefant Online-Empfehlungen, Website

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