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15. Lange Buchnacht in der Oranienstraße

LangeBuchnachtOranienstrasseHerr Wießler, Sie haben von Anfang an die Lange Buchnacht in der Oranienstraße mit­organisiert. Eine Erinnerung an den Start?
Wir wurden gefragt: Ausgerechnet in Kreuzberg? Weil es damals immer hieß: Kreuzberg, da wird man doch auf der Straße überfallen! Wir haben uns über die Sprüche geärgert, wir wollten etwas dagegensetzen. Allein schon mit der Vielfalt an Buchhandlungen und Buchschaffenden.

Jetzt sind es mehr als 150 Veranstaltungen an 50 Orten rund um die Oranienstraße: Buchläden, Kneipen, Museen, SO 36 …
Am Anfang waren wirklich hauptsächlich Buchhandlungen dabei. Wir haben gesagt: Wir sind hier mindestens so wie eine Großbuchhandlung mit vielen Spezialgebieten – nur halt verteilt über eine Straße.  

Wieso jetzt auch mit Freilichtbühne?
Eigentlich wollten wir die Oranienstraße sperren lassen. Allein, weil ich hier im Laden Projektionen ins Fenster gemacht habe: Dann kam auf der Straße keiner mehr durch. Oder wenn OL und Rattelschneck gelesen haben. Dann musste die Polizei das alles bewachen. Oder halt auflösen. Jetzt ist ein Teilabschnitt zwischen Heinrichplatz und Naunynstraße gesperrt, da gibt’s dann eben die Bühne.

Die Bühne könnte auch die Ströme der Besucher, letztes Jahr 15?000, etwas bündeln.
Viele haben sich beschwert, es wäre zu voll. Aber eigentlich wollten wir so was wie einen größeren zentralen Ort nie. Das Kleinteilige, dieses Gedränge in den Läden, das ist eigentlich Teil des Spaßes an der ganzen Sache.

Wie sieht die Finanzierung aus?
Teilnehmerbeiträge, öffentliche Gelder. Aber Bezirk und Senat haben signalisiert, dass damit bald Schluss ist. Es steht also schon alles sehr auf der Kippe. 

Interview: Erik Heier


15. Lange Buchnacht in der Oranienstraße
u. a. mit Thomas Kapielski, Sarah Diehl, Ahne, Aris Fioretos, Tanja Dückers, Abbas Khider; rund um die Oranienstraße, Kreuzberg,
Sa 8.6., ab 14 Uhr, www.lange-buchnacht.de

 

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