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Bela Sobottkes neuer Neukölln-Comic

Comic Knochenjochen

Tatort Hasenheide. „Dort wütet er seit sieben Wochen, der Mann bekannt als Knochen-Jochen.“ Dea­ler, Kopftuchträgerinnen und Kampfhunde sind seine Opfer, eben das, was der Park hauptsächlich hergibt. Der Killer mit der Gollum-Visage schlägt mit Spaten und Kettensäge zu, dem Kommissar schickt er als Beweisstück einen Fuß. In ihrem höchst unterhaltsamen Comic „Knochen-Jochen“ erzählen Texter Helge Großklaus und Zeichner Bela Sobottke die Geschichte eines – unerwartet sympathischen – Neuköllners, der sein Recht auf Ruhe sehr ernst nimmt.

Die bekannten Schauplätze (wer kennt die Friesenwache nicht?) werden zu Orten des Schreckens, und ihre grimassierenden Protagonisten machen, so soll es sein, ordentlich nervös. Umso kurioser das Missverhältnis zum Wort, denn die Endsilbenreime („Man kann sagen im August, kriegte er aufs Morden Lust“) bereiten in ihrer Einfachheit eine geradezu kindliche Freude. Ab damit in die Hasenheide und gucken, was einem da zustößt.


Text:
Sassan Niasseri

Knochen-Jochen, Bela Sobottke (Zeichnungen) und Helge Großklaus (Texte), Gringo Comics, Softcover, 52 Seiten, Format A5, 7,90 Euro, www.2werk.de

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