Bücher

Berliner Autoren: Aris Fioretos

Fioretos_Aristip: Nennen Sie uns bitte einen guten Satz aus Ihrem Roman?

Aris Fioretos: „Sein Herz fühlte sich jung und muskulös – ein kerniges Stück Holz.“

tip: Wodurch wird die Gefühlslage beim Auswandern bestimmt: Was man mitnimmt – oder was man verloren hat??

Fioretes: Jeder Migrant ist sowohl Aus-, als auch Einwanderer. Der Abschied von lebenden Zusammenhängen – Familie, Freunde, manchmal Kultur und Sprache – ist auch ein Verlust von den Umständen, die einen Menschen begreifbar machen. Angekommen in der Fremde, muss er sich erst einmal verständlich machen. Das heißt, sich neu zu erfinden. Nichts anderes tut die Fiktion. Vielleicht ist der Migrant immer auch ein Bürger des Freistaates Literatur.

tip: Was ist für Sie Heimat??

Fioretes: Der Held des Buches – der keiner sein will – meint, er ist dort zu Hause, wo er vermisst wird. Ich möchte ihm ungern widersprechen.

Fragen: rik

Foto: Sara Mc Key

Aris Fioretos: „Der letzte Grieche“ Hanser, 416 Seiten, 24,90 Ђ

Lesungen
Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, Mitte, Mi 29.6., 20 Uhr;

Buchhändlerkeller, Carmerstraße 1, Charlottenburg, Do 30.6., 20.30 Uhr

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