Bücher

Berliner Autoren: Florian Vox

Voss_Floriantip Nennen Sie uns einen guten Satz aus Ihrem Buch.
Florian Voß „Julia rauchte eine nach der anderen, mit stolzer Verachtung für alle Kleinstadtnächte – sie lehnte gegen ein teuer aus­sehendes Auto, auf dessen Lack sie ihre Kippen ausdrückte.“

tip Was ist das Schönste, das Sie jemals gelesen haben?
Voß Einen Schriftsteller nach seinem Lieblingsbuch zu fragen ist eine ziemliche Gemeinheit. Das gab es bislang nicht, aber es gab das „beeindruckendste Buch“: „Das Geheul“ von Allen Ginsberg. Ich hatte es mir in der Karlsruher Jugendbibliothek ausgeliehen, im Sommer 86. Ich las den 16-seitigen Gedichtzyklus zweimal an einem Nachmittag, war hin und weg von der Kraft, der Verzweiflung, der Euphorie der Zeilen und fing noch am darauffolgenden Abend an, einen Chorus nach dem anderen zu schrei­ben. Und die­ses hervorgeschwitzte Gedicht, das ich Wochen später fertiggestellt hatte? Fragt lieber nicht.

tip Diesen neuen Satz schenken Sie uns.
Voß Geben, nicht schenken, möchte ich den Schriftstellern unter euch drei Ratschläge: 1. Solltet ihr keine schlechte Laune bekommen, wenn ihr mehr als eine Woche nichts zu Papier gebracht habt, dann lasst das Schreiben bleiben. 2. Sollte das nicht so sein, schreibt weiter – egal, was die anderen sagen. 3. Vergesst das Geld.

Foto: privat

Florian VoßBitterstoffe„, Rotbuch, 2009, 128 Seiten, 16,90 Ђ, erscheint am 14. August

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