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Berliner Autoren: Matt Riis

Matt-Riistip: Ein guter Satz aus dem Buch?

Matt Riis: „Die Hand wächst dir aus dem Grab, wenn du den Arm gegen deine Eltern erhebst. Blut ist dicker als Wasser. Du sollst Vater und Mutter ehren, es sind deine einzigen Eltern. Egal, ob sie dich schlagen, lieben oder aus Liebe ficken. Wer hat sich denn so ’ne Scheiße ausgedacht?“

tip: Wie viele Fälle Ihrer Tätigkeit stecken in „Jakub“??

Riis: Es ist eine Mischung aus autobiographischen Anleihen und zahlreichen Erfahrungen meines Arbeitsfeldes. Solange es um reine Jugendgewalt geht, sind die Fälle aus 25 Jahren sozialpädagogischer Tätigkeit nicht zu zählen. Übersichtlicher wird es im Bereich sexuell motivierter Gewalttaten von Jugendlichen oder sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen (dem Hauptthema meines Romans). Dabei gab es leider auch Familienschicksale, wo sechs Kinder im Alter von zehn Monaten bis zehn Jahren bei mir im Kinderheim eingeliefert wurden, von denen die jüngeren fünf alle – durch den Vater – sexuell missbraucht wurden.

tip: Bei der aktuellen Jugendgewaltdebatte: Gibt es Exzesse, die nicht restlos erklär- und damit verhinderbar bleiben??

Riis: Ich persönlich glaube, dass jeder Gewaltexzess von Jugendlichen verhinderbar wäre – erklärbar ist er hingegen nicht immer.

Fragen: rik

Matt Riis: „Jakub“ Neubuchverlag, 212 Seiten, 12,80?Ђ

Lesung im Literarischen Salon Britta Gansebohm
BKA-Theater, Mehringdamm 34, Kreuzberg, Mi 9.3., 20 Uhr

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