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Berliner Autoren: Olaf Briese

Olaf-Briesetip: Ein guter Satz aus dem Buch?

Olaf Briese: „Die nächste Eiszeit fackelt nicht lange mit Berlin.“

tip: Mauern, schreiben Sie, versprechen Stabilität, Dauer, Ewigkeit. Brauchen wir sie mehr, als uns lieb ist??

Briese: Menschen brauchen und wollen Halt, sogar Grenzen. Dafür stehen Mauern. Sie sind stabil inmitten labiler Verhältnisse. Im Gegenzug fallen Mauern und müssen fallen. So verdichten sich in ihnen die Widersprüche von Kultur.

tip: Ziemlich makaber: Das DDR-Regime grübelte beständig daran, der Berliner Mauer ein „attraktives Gesamtbild“ zu geben.

Briese: Zu den Perversionen der DDR gehörte es, rund um die Uhr und an jeder Ecke zugleich geliebt werden zu wollen. Die Mauer hielt den Laden am Leben. Deshalb wurde die anfängliche Rumpelmauer nach außen hin aufgehübscht.  Es wuchs ein kühnes, avantgardistisches Band aus Beton. Eine verführerische Synthese aus Schönheit und Terror.

Fragen: Erik Heier

Foto: privat

Olaf Briese: „Steinzeit. Mauern in Berlin“ Matthes & Seitz, 400 Seiten, 24,90 Ђ,

Lesung & Gespräch mit Annett Gröschner; Unter den Linden 40, Mitte, Di 9.8., 20 Uhr im Rahmen der „Themenwoche Berliner Mauer“ des Literatur-Forums im Brecht-Haus, 8.–12.8.

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