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„Bleeding Edge“ von Thomas Pynchon

„Du kannst dir mein Zeug ansehen, bis du schielst – du wirst keine verborgenen Bedeutungen finden.“ So schreibt Thomas Pynchon in seinem achten Roman, einem im Jahr 2001 in Manhattan angesiedelten Abgesang auf die Dotcom-Träume. Man glaube ihm kein Wort! Denn das produktive Phantom der amerikanischen Literatur fordert den Leser mit 600 Seiten Abschweifungen übers Internet, den Immobilienmarkt und den Terror vom 11. September wieder gehörig heraus. Kaum hat Maxine Tarnow ihre Söhne bei der Otto-Kugelblitz-Schule auf der Upper West Side abgesetzt, bekommt die Wirtschaftsdetektivin den Auftrag, eine Computer-Sicherheitsfirma und deren Chef Gabriel Ice unter die Lupe zu nehmen. Gut dass sie ihre Beretta dabei hat … Ein prophetisches, oft komisches Meisterwerk des 77-Jährigen.    

Text: Reinhard Helling

Bleeding Edge von Thomas Pynchon aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren, Rowohlt, 605 Seiten, 29,95Euro

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