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Britta Lange: „Die Entdeckung Deutschlands. Science-Fiction als Propaganda“

Britta Lange:

„Filit“ hat kein Programm. Das ist das Programm. Seit 2007 widmet sich diese Reihe vielen denkbaren Facetten und Ausprägungen des Films, seiner Geschichte und Gegenwart, seinen Verbindungen zu anderen Künsten und Wissenschaften, darunter Literatur, Medizin und Stadtlandschaften. Natürlich spielt auch die Filmgeschichte eine Rolle. So im neuesten Band. Darin entwirrt die Berliner Kulturwissenschaftlerin Britta Lange ein Geflecht von Geschichten, das einen deutschen Film aus dem Ersten Weltkrieg umspannt. „Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner“ ist der irritierende Titel des nur fragmentarisch überlieferten Films. Es handelt sich um den ersten offiziellen Propagandafilm für das Inland und das „neutrale Ausland“, zugleich aber auch um einen frühen Science-Fiction-Film – samt Nachrichtenabhörung, Sprechschreiber und Weltraumflug, dazu noch Einlagen von Märchen und Liebesfilmen. Wie in einer Viertelstunde Film ein ganzer Kosmos von nationalen Befindlichkeiten entsteht, wie das falsche Vertrauen in die Medien von der Propaganda genutzt wird und wie die deutsche Zensur im Ersten Weltkrieg funktioniert – all das vermittelt der soeben erschienene Band von „Filit“.

Buchvorstellung im Fahimi, Di 28.10., 20.30 Uhr

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