Kommentar

„Bücher machen Laune“ von Lutz Göllner

Zur Vorbereitung auf die Verfilmung, die im Mai in die Kinos kommt, habe ich gerade noch einmal „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Patrick Ness und Siobhan Dowd gelesen

Lutz Göllner

Ein außergewöhnlich kluger, sensibler Kurzroman für junge Erwachsene, in dem es schlicht um alles geht: Wie kann man jemanden, den man sehr liebt, loslassen? Wie arrangiert man sein Leben mit Menschen, die man nicht so sehr mag? Warum tun gute Menschen böse Sachen? Und umgekehrt.
Tolles Buch, gut geschrieben. Aber leider ein absoluter Stimmungskiller, zumal im Winter. Ein Buch, das so depressiv macht, dass man vor Tränen kaum noch die Rasierklinge findet, mit der man nach der Lektüre gerne irgendwelche Blutzufuhrkanäle traktieren möchte. Denn das ist ein Problem, mit dem ich mich als Leser schon seit fast 50 Jahren rumschlage: Kluge Romane machen sehr selten Spaß. Intelligente Bücher können traurig machen.
Danach musste ein Kracher her: Ein „Star Wars“-Roman von Greg Rucka, den ich als Comicautoren sehr schätze. Seine Romane fand ich bisher mehr so (hust!) mittelgut. Es geht um Han Solo und seinen Kumpel Chewie, die auf geheimer Mission für Prinzessin Leia sind. Ich schaltete das Hirn auf Durchlauf und mir wurde beim Lesen ein debiles Grinsen ins Gesicht genagelt. Die Geschichte meines Leserlebens: Schlechte Bücher machen mir immer gute Laune.
Hoffentlich wird nur der Film im Mai nicht so traurig …

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