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Das Berlin-Festival in Tempelhof

Berlin Festival auf dem Flughafen Tempelhof„Aber trotzdem“, und selbst einem erfahrenen Mann wie Opper merkt man noch eine gewissen Nervosität bei diesem Thema an, „liegt dem Unterfangen immer noch ein geschäftliches Risiko zugrunde. Das muss alles genau kalkuliert sein.“ Denn es wäre „zum Teil Wahnsinn, was sich in puncto internationalen Gagen hinter den Kulissen abspielt“, sagt Opper. Das Berlin Festival sei jedenfalls deswegen zwangsläufig auf Sponsoren angewiesen, der Kartenverkauf allein finanziere so ein Event mitnichten. Eine Förderung von der Stadt gebe es bisher noch nicht: „Wir sind eine unabhängige Veranstaltung.“ Abgesehen davon darf nicht vergessen werden, dass eine gewinnorientierte Rentabilität auch dem Publikum zugute kommt, wenn es die Möglichkeit haben will, das Berlin Festival auch im nächsten Jahr zu besuchen.
Der Vorverkauf sei gut angelaufen, ohne dass Opper konkrete Zahlen nennt, „und das, obwohl ein Großstadtpublikum sich gerne mal spontan entscheiden möchte“. Für dessen Befindlichkeiten ist gesorgt, ungefähr 80 Mitarbeiter sind in den organisatorischen Ablauf des Festivals involviert. Allerdings wird es für die Gäste diesmal keine Camping-Option geben. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Leute in einer Stadt wie Berlin lieber in Hostels oder Hotels übernachten“, sagt Kavanagh. Opper erinnert sich in diesem Zusammenhang gerne daran, dass die „FAZ“ mal geschrieben habe, „wir seien das Festival für Leute, die eigentlich keine Festivals mögen. Das ist sehr treffend, wir hatten immer schon ein überdurchschnittlich clubbiges und fashion-affines Publikum.“
Berlin Festival auf dem Flughafen TempelhofUnd das wird erstaunt sein über die Größe des Geländes, das trotzdem eine gewisse Intimität bewahrt: Teile des Areals werden abgesperrt sein – eine zu große Weitläufigkeit hat schließlich noch keinem Festival gutgetan. Neben den beiden Live-Bühnen wird es zwei weitere Floors geben, die von DJs wie unter anderem Joe Goddard (Hot Chip), Digitalism oder dem in der Hauptstadt beheimateten Kollektiv Berlin Battery bespielt werden. „Es ist uns wichtig, die Stadt zu repräsentieren“, betont Opper. „Schließlich handelt es sich in ers­ter Linie um ein Festival für alle Berliner. So eine Veranstaltung braucht eine persönliche Identität.“
Umso wichtiger ist die Premiere der überarbeiteten Auflage eines Festivals, das bisher noch nie so richtig funktionierte. Und wann ist genau das nach Oppers Meinung gelungen? „Wenn die Besucher von dem ganzen Drumherum, von der Organisation und der Arbeit im Vorfeld, gar nichts mitbekommen und das Festival als das genießen, was es sein soll: ein musikalisches Highlight für Berlin und eine große Party.“
Von Notlandung, Bruchlandung gar kann jedenfalls keine Rede sein. Jetzt wird durchgestartet.

Text: Jan Schimmang

Fotos: Philip Bosch

Lesen Sie hier: Wen Sie auf keinen Fall beim Berlin-Festival verpassen dürfen

Berlin Festival, Flughafen Tempelhof, Fr 7., Sa 8.8., Tickets: 49 Euro zzgl. VVK-Gebühren bzw. 60 Euro an der Abendkasse für beide Tage; Tagesticket für Freitag oder Samstag: 32 Euro zzgl. VVK-Gebühren bzw. 40 Euro an der Abendkasse, www.berlinfestival.de


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