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„Das kauft doch keiner“ von Erik Heier

"Das kauft? doch keiner" von Erik Heier
Bevor John Niven ein erfolgreicher Schriftsteller wurde („Kill Your Friends“), war er in der Musikindustrie tätig. Eines Tages bekam er das Tape einer jungen Band auf den Tisch, das er mit der völlig einsichtigen Begründung „Radiohead für Trottel“ ablehnte.

Es gab dann doch ein paar Trottel mehr, als Niven dachte. Die Band hieß Coldplay. In Nivens jetziger Branche ist das natürlich nicht anders. Gerade hat die „Harry-Potter“-Schriftstellerin Joanne K. Rowling auf Twitter zwei Absageschreiben veröffentlicht, die ein gewisser Robert Galbraith für seinen ersten Kriminalroman erhalten hatte. Die Verlage konnten natürlich nicht wissen, dass Rowling selbst sich hinter dem – auch noch männlichen – Pseudonym verbarg. Kann ja mal vorkommen. Kam auch oft vor. Dazu kursieren viele Listen (der Schriftsteller Andreas Eschbach hat mal eine „Trostliste“ ins Netz gestellt).

Bov Bjerg erzählte im tip-Interview von zehn Absagen für „Auerhaus“. Robert Schneider, „Schlafes Bruder“: 27 Absagen. William Golding, „Lord of the Flies“: 20 Absagen (ein paar Überarbeitungen später: Nobelpreis!). Die Absagen für „Harry Potter“ lagern auch noch auf J.K. Rowlings Dachboden. Was wir daraus lernen: Eine Absage ist keine Absage, nur eine Glücksdelle. Dass diese Erkenntnis potenziell auch für Leute gilt, deren Machwerke wirklich Schrott sind, steht auf einem anderen Blatt. Andererseits: Irgendwas müssen die Trottel ja auch lesen. Während sie vielleicht Coldplay hören.

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