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Dichten vs.? daddeln

Erik Heier

Poetry-Slam ist Jungenförderung. In der Schule steht es ab der neunten Klasse sogar auf dem Lehrplan. Nicht als Fach Jungenförderung, klar. Das gibt es nicht. Soweit ich zumindest informiert bin, bei der Berliner Bildungspolitik weiß man ja nie. Aber im Neuntklässleralter interessieren sich Jungen für alles Mögliche. Mädchen, Mode, Handys, Kiffzeug, Games. ?Nur nicht für das geschriebene Wort. Aber mit Poetry-Slam, ?da geht was. Krass performen, vor Kumpels gut aussehen, be­-?wundert werden. Dichten statt daddeln. So ungefähr habe ich zumindest die Berliner Deutschdidaktikerin Petra Anders von der Humboldt-Uni, die ihre Dissertation über „Poetry Slam im Deutschunterricht“ schrieb, verstanden. Das mit den Jungen erzählte sie neulich, als sie mit dem Berliner Slam-Dichter Lars Ruppel und dem Szene-God­father Wolf Hogekamp das Programm für die Meisterschaft der 60 besten deutschsprachigen Nachwuchs-Slammer im Grips-Theater vorstellte. Der U-20-Poetry-Slam feiert übrigens seine ersten zehn Jahre. Also bitte unbedingt hingehen! Die tollen Poetry-Slam-Jungs (Frauen slammen natürlich auch), die ?Sie dort auf der Bühne erleben können, treffen Sie ansonsten womöglich nur in der Spielhalle.

U-20-Poetry-Slam-?Meisterschaft Grips Hansaplatz, Tiergarten & Grips Podewil, Mitte, Mi 24.–Sa 27.9.

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