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Kindercomics

Die schönsten Comics und Bilderbücher für Kids und Teens

Es war einmal eine Gans. Die ging sehr gern zum Tanz. Flamenco, Polka und Ballett. Nur für Cancan war sie zu fett.“

Normalerweise widmet sich OL, der für den tip die Figur des Cosmoproleten erfunden hat, in seinen Cartoons wie „Mütter vom Kollwitzplatz“ und „Jürgen, der Trinker“, den Befindlichkeiten erwachsener Großstädter – zugezogener Prenzlauer Berger mit herrschaftlicher Eigentumswohnung oder
alkoholisierter Urgesteine in der Eckkneipe. Jetzt hat der neben Fil wohl berühmteste zeichnende Chronist dieser Stadt ein Buch für Kinder gemacht. Helden seiner charmanten Schüttelreime sind Tiere. Da fehlen einem Zebra ein paar Streifen, ein Igel beherrscht ganz ausgezeichnet die Rolle vorwärts und ein Kakadu steht vor einer schwierigen Frage.

In gewohnter OL-Manier kommen die tierischen Helden mal etwas spröde, mal leicht bescheuert daher und dürften für viele Lacher sorgen. Ein Nebeneffekt von „Es war einmal ein Reh“ ist die Möglichkeit, den Nachwuchs an das OL-Werk heranzuführen. Das dachte man sich scheinbar auch beim Comicverlag Panini, der den Markt mit Superhelden-Heften (u.a. Superman, Batman und Wonder Woman) dominiert. Eine schöne neue Serie heißt dort „Spidey“ und läuft unter der Bezeichnung „Marvel Kids“. Die Seiten sind extra groß und die Geschichten nicht ganz so brutal. Aufregende Superhelden-Jugendabenteuer, vermutlich aber eher eine Angelegenheit für Jungs.
Mädchen dürften sich an den nächsten beiden Empfehlungen erfreuen, obwohl nichts dagegen spricht, die auch Jungs ans Herz zu legen. Wer den neuen Schlumpf-Film gesehen hat, weiß um die emanzipatorische Sprengkraft von „Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf“. Der Comic zum Film erzählt in kunterbunten Bildern von dem Dorf, in dem lauter Schlumpfinen leben.

Die vielleicht besten Kindercomics im deutschsprachigen Raum erscheinen allerdings seit einigen Jahren beim Berliner Reprodukt-Verlag. Wer die Serien „Kiste“, „Ariol“ oder „Strubbel“ kennt, weiß wovon die Rede ist, wer sie nicht kennt, sollte dies nachholen. Jenseits von Hochglanz-Ästhetik zeichnen die Autoren kluge, anspruchsvolle Geschichten mit viel Witz. Hier werden Kinder als Leser ernst genommen.
Ein gutes Beispiel dafür sind Luke Pearsons „Hilda“-Bücher. Vom Feuilleton als moderner Klassiker gefeiert, führen die Abenteuer des blauhaarigen Mädchens vom Küchentisch direkt in eine mythische Sagenwelt. Mit Mut und Einfallsreichtum schafft sie es, so manche gefährliche Situation zu meistern. In dem gerade veröffentlichten Band „Hilda und der Steinwald“ bekommt Hilda Stubenarrest, dann verschlägt es ihre Mutter ins düstere Reich der Trolle. Und zum Schluss noch ein Tipp für die ganze Familie: Beim Neuköllner Jaja-Verlag ist kürzlich Marie Geißlers „Familienbuch“ herausgekommen. Ein Familienplaner, der die Organisation des Familienalltags erleichtert. Schöne Sache!

Es war einmal ein Reh von OL, Lappan, 40 S., 9,99 €
Premiere: Buchhandlung Montag, Pappelallee 69, P‘Berg, Sa 8.7., 18 Uhr

Spidey 1 von Robbie Thompson, Panini, 53 S., 7,99 €
Mein Familienbuch von Marie Geißler, Jaja Verlag, 64 S., 15 €
Die Schlümpfe und das verlorene Dorf Splitter, 48 S., 12,95 €
Hilda und der Steinwald von Luke Pearson, Reprodukt, 80 S., 20 €

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