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Die sechs Schüsse von Philadelphia

Die sechs Schüsse von Philadelphia

Es stimmt immer noch: Die besten Geschichten stammen aus der Provinz,
von Menschen, die aus Langeweile zur Kreativität gezwungen werden.

So wie die Schülerclique des DDR-Nests Philadelphia, die im Sommer 1980
einen Revolver aus dem Zweiten Weltkrieg findet. Geladen mit sechs
Schuss. Was das weckt: Männlichkeitsfantasien, Imponiergehabe, die
Sexualität, Kräftemessen mit Sowjetsoldaten auf dem anliegenden
Übungsgelände. Es gibt Zufallsschüsse und einen Toten.

Ulrich Scheel, Absolvent der Kunsthochschule Weißensee, legt mit ?“Die
sechs Schüsse von Philadelphia?“ einen autobiografisch beeinflussten,
stimmungsvollen Comic vor. Dessen leicht verhuschte
Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind so dynamisch wie Film-Storyboards. Mit
Figuren, die einen ärgern. Die man für ihre Leichtigkeit bewundert, die
einem auch Leid tun können, und denen man verzeihen muss. Das Recht der
Jugend.

Text: Sassan Niasseri

Ulrich Scheel: ?Die sechs Schüsse von Philadelphia, avant-Verlag, 240 Seiten, 19,95 Euro

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