• Kultur
  • Bücher
  • „Die stunde zwischen ?Frau und Gitarre“ von Clemens J. Setz

Bücher

„Die stunde zwischen ?Frau und Gitarre“ von Clemens J. Setz

„Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ ist eine Wucht: Natalie, die im Heim für betreutes Wohnen arbeitet, zeichnet ihre Blowjob-Eskapaden mit Kassettenrecorder-App auf. Mit ihrem Ex-Freund Markus hatte sie sich seinerzeit imaginäre Haustiere wie die braune Haselmaus und die weiße Pelzkugel gehalten. Wem das schon zu freakig ist, der muss erstmal damit klarkommen, dass Natalies Klient Alexander Dorm, der fest im Rollstuhl sitzt, eine Stalker-Vergangenheit mitbringt, die es in sich hat: Er schrieb seinem Verehrten, Christopher Hollberg, Liebesbriefe, stalkte ihn und dessen Freundin, die sich daraufhin das Leben nahm. Doch statt auf Rache zu sinnen, sucht Christopher Hollberg die Nähe zum Stalker. Das Ganze wird nur getoppt durch das, was Natalie plant.
Clemens J. Setz hat einen Sinn für wahnsinnige Details, die gerade so absurd sind und dermaßen verpeilt daherkommen, dass man sie ihm eben noch abnimmt. Und diese Sätze, Setz, bravo!  

    

Text: Stefan Hochgesand

Die stunde zwischen ?Frau und Gitarre von Clemens J. Setz, Suhrkamp, 1021 S., 29,95 Euro

Mehr über Cookies erfahren