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„Eigentlich müssten wir tanzen“ von Heinz Helle

Apokalyptische Geschichten beginnen ja gewöhnlich mit der Stille vor dem Sturm. Danach: Außerirdische oder Hurrikan oder Sintflut. Bei Heinz Helle beginnt schon alles mit der Stille nach dem Sturm – was nicht minder harmlos ist. Fünf junge Männer streifen durch eine erfrorene Welt, in der Dörfer brennen. Diese Kälte spiegelt sich wieder in der schockierend distanziert-analytischen Sprache, in der wir erzählt bekommen, wie die Männer vergewaltigen und einander das Fleisch aus dem Leibe säbeln. Ab und an glimmen Erinnerungen an unerträglich leichte Jugendtage auf, als die Welt noch nicht so offensichtlich ihrem Ende entgegenfieberte. Selbst wen Heinz Helles pseudo-cleveres Debüt nur nervte, der sollte seinem zweiten, viel stärkeren Roman eine Chance geben. Und tanzen. Weil noch nicht aller Tage Abend ist.   

Text:
Stefan Hochgesand

Eigentlich müssten wir tanzen
von Heinz Helle, Suhrkamp, 173 Seiten, 19,95

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