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„Ein schöner kleiner Krieg“ von Marcelino Truong

Der Bürgerkrieg in Vietnam hat gezeigt, dass der Kalte Krieg weder kalt noch die USA allmächtig waren. 40 Jahre nach Kriegsende erzählt Marcelino Truong in „Ein schöner kleiner Krieg“ von seiner Kindheit in Saigon. Seine Familie gehört zu einer Oberschicht, die dem korrupten Präsidenten Ngo Dinh Diem nahesteht. Während Cocktailpartys gefeiert werden, versinkt das kleine Land im Chaos: Arm steht gegen Reich, Katholiken gegen Buddhisten, Kommunisten gegen Imperialisten. Gelingt es der Familie, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen?
Der Vietnamkrieg: wir kennen ihn vor allem aus westlicher Sicht. Filme wie „Apocalypse Now“ zeigen zutiefst traumatisierende Kriegserfahrungen, die Friedensbewegung in den USA und auch Europa bekommt durch den Krieg einen enormen Zulauf. Der vietnamesische Comiczeichner Truong erzählt die Geschichte nun aus der Sicht des kleinen Jungen, der er zu der Zeit war. Da er der Oberschicht angehört und in der Hauptstadt Saigon lebt, bekommt er selbst nur Bruchstücke des Krieges mit, alle anderen Informationen erhält der Leser in Einblendungen aus Sicht des erwachsenen Truong, der sehr detailgenau recherchiert hat.
Irritierend hierbei ist das Nebeneinander, die Gleichzeitigkeit der Ereignisse – hier das Privatleben, gezeigt wird das Familienleben der Truongs mit Parties, der Geburt eines Geschwisterkindes, Urlaub am Meer, dort das Elend der bäuerlichen Bevölkerung, die mitten im Kriegsgeschehen gefangen ist. Ende April jährt sich das Ende des Krieges zum 40. Mal.

Buchpremiere mit dem Autor Marcelino Truong in der Mediathek des Maison de France, Kurfürstendamm 211, Charlottenburg, Mi 22.4., 18.30

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