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Erik Heier kommentiert

Erik Heier

Ich bin übrigens nicht mit Ann-Kathrin Heier verwandt. Frau Heier ist eine von drei Berlinern unter insgesamt 14 Finalisten beim diesjährigen Bachmannpreis, den der mit ausreichend morbider Freude am Jury-Trash-Talk ausgestattete Leser vom Erscheinungstag dieses tip an bis zum Sonnabend darauf täglich live auf 3Sat mitverfolgen kann. Nur drei Berliner, möchte ich hinzufügen. Die Berlin-Quote ist dieses Jahr deutlich niedriger als in den letzten Wettleseveranstaltungen, woran jedoch, so glaube ich zumindest, diesmal nicht Klaus Wowereit schuld ist. Dafür hätten sie dieses Jahr am Wörthersee beinahe typische Berliner Probleme bekommen: Geldprobleme. Der ORF wollte sich ab 2014 seinen 350?000-Euro-Finanzierungsanteil sparen. Natürlich hat auch in Österreich das öffentlich-rechtliche Fernsehen Besseres zu tun, als Berliner Literaten zu sponsoren. Doch dann bot ausgerechnet der Bio-Wodka-Produzent Nшrderd an, beim Bachmannpreis einen reinzuhauen, was wiederum dem ORF gar nicht schmeckte, worauf er sein Budget doch auf weitere fünf Jahre festschrieb. Ich hätte allerdings zu gern gesehen, wie Ann-Kathrin Heier einen Klaren in Wasserglasdimension auf dem Lesetisch gereicht bekommt. Der Bio-Trunk würde sich, wenn Burkhard Spinnen oder Daniela Strigl ihren Jury-Sprech – äh – performen, sicher sinnvoll verwenden lassen, optional zumindest.

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