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Erik Heier über den Wanderhuren-Streit – Teil 2

Erik Heier über den Wanderhurenstreit - Teil 2
Ich hatte ja im letzten tip an dieser Stelle versprochen, Sie beim „Wanderhuren“-Streit auf dem Laufenden zu halten. Dass es so schnell nötig wird, hätte ich jetzt nicht gedacht. Aber weil Ihr Kultur- und Service-Magazin auch unter solchen Umständen seinen Pflichten nachkommt, bitte sehr: Der Dresdner Verlag Voland & Quist darf Julius Fischers Nicht-?Wanderführer weiterhin „Die schönsten Wander­wege der Wanderhure“ nennen, „Wander­huren“-Verleger Droemer Knaur ist in der Berufung vor dem Oberlandes­gericht Düsseldorf baden gegangen. Was für eine frohe Botschaft! Nicht nur für Herrn Fischer, dessen Nicht-­Wanderbuch nun auch in der tausendsten Auflage unter seinem näm­lichen Titel unters Nicht-Wandervolk gebracht werden darf. Nun können auch solche Autoren bzw. ihre Verlage ruhiger schlafen, die sich für ihre Buchbetitelung eifrig bei Best­-?sellern bedienten. Bei „Ziemlich beste Freunde“ zum Beispiel. Glückwunsch also an den Berliner Lesebühnenautor Stephan Serin (Erasmusstudentenroman „Ziemlich schlechteste Freunde“), Freitag-Redakteurin Susanne Lang (Freundeskreisfahrt „Ziemlich feste Freunde“) und Spiegel Online-Kolumnist Klaus Werle (Arbeitsweltirrsinn „Ziemlich beste Feinde“). Ich weiß nur nicht genau, ob das Urteil auch für Jochen Schmidt gilt. Der hatte den Titel des er­folgreichsten DDR-Buches aller Zeiten komplett übernommen, des Jugendweihe-Mega­krachers „Weltall Erde Mensch“. Nicht, dass der Herr Schmidt am Ende seine Jugendweihe wieder zurückgeben muss.

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