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Erik Heier über den Wanderhurenstreit

 Erik Heier über den Wanderhurenstreit

An dieser Stelle ein kleiner Service, damit Sie auch bei der sommerlichen Gerichtsberichterstattung auf dem neuesten Stand bleiben: Am 5. August geht es beim Oberlandesgericht Düsseldorf in die nächste Runde des „Wanderhurenstreits“. ?So heißt mitnichten der neueste Arbeitsnachweis von Alice Schwarzer, sondern ein wunderlicher Disput um das Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“: ein satirischer Kurzgeschichtenband des in Leipzig lebenden Poetry Slammers Julius Fischer, der im September 2013 beim unabhängigen Verlag Voland & Quist erschien und sich unter anderem über die Vermarktung der, man ahnt es, „Wander­huren“-Bücher aus dem Verlag Droemer Knaur lustig macht. Was viele auch lustig fanden. Außer Droemer Knaur. Der Verlag erwirkte gegen Fischers Buch eine einstweilige Ver­fügung beim Landgericht Düsseldorf, das dem Antrag unter anderem mit der schönen Begründung recht gab, Leser der „Wanderhuren“-Bücher könnten sich von Fischer tatsächlich Wanderhuren-Wanderwege erhoffen. Was danach klingt, als würden die Richter Leser der „Wanderhuren“-­Bücher nicht unbedingt für Intelligenzbestien halten. ?Per Crowdfunding hat Voland & Quist nun die Berufung finanziert. Ein wegweisendes Urteil wartet auf uns! Vielleicht einigt man sich ja auf einen Kompromiss: „Die schönsten Wunderwege der Wunderhure“ zum Beispiel. Wir bleiben dran.

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