Bücher

Erik Heier über die Book Challenge

Erik Heier

Die neueste Sau, die durchs World Wide Village getrieben wird, ist die Book Challenge. Sie erinnern sich vielleicht noch an die ALS-Ice Bucket Challenge. Also: Falls Sie keinen Schimmer haben, weshalb sich Helene Fischer neulich bis auf den Sport-BH auszog, Ihnen das aber so egal war wie ihre Musik: Genau, das war wegen der ALS-Ice Bucket Challenge. Eine Art virtuelle Kettenbriefschreiberei, bei der sich – ursprünglich für  einem guten Zweck, als er noch nicht vorranging Selbstzweck war – Leute einen Eis­-?kübel über dem Kopf ausschütteten und dabei filmten. Die Book Challenge ist so ähnlich, nur ohne Eiswasser, dafür ?mit zehn Lieblingsbüchern. ?Auf meiner Liste stand unter anderen „Die Terroristen“ vom schwedischen Krimi-Autorenpaar Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Mit der zehnbändigen Reihe um Martin Beck und den übrigens großartigen Gunvald Larsson, die mit „Die Terroristen“ endete, habe ich meine Jugend verbracht. Es hätte schlimmer kommen können. Dachte ich. Bis der geschätzte zitty-Kollege Lutz Göllner via Facebook diesen Band mit ?den Worten „gruselig schlecht, reiner Agitprop“ zerlegte. Und dann machte ich einen Fehler. Ich schlug „Die Terroristen“ auf. Zum ersten Mal seit 20 Jahren. Und der Kollege hatte natürlich recht. Es war keine schöne Erfahrung. Die möchte ich anderen ersparen. Deshalb nominiere ich: keinen. Bei mir endet die verdammte Kette. ?Das fühlt sich besser an.

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