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Erik Heier über Mainstream

Erik Heier über Mainstream

Diese Mainstream-Medien. ?Alle gleich geschaltet. Jawohl. Alle, alle, alle. Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen! ?Aber neulich haben sich die Mainstream-Medien selbst demaskiert. Oder glaubt ernst­-?haft jemand, alle Zeitungen würden völlig freiwillig, unabhängig voneinander und an­-?sonsten rein zufällig, quasi zeitgleich ihre Feuilleton-Seiten für diesen einen Roman von einem gewissen Dave Eggers freiräumen? Alle zur selben Zeit? Bloß weil dieses „The Circle“-Buch so „1984“-mäßig die digi­-?tale Zukunft mehr oder minder vorhersagt? Da ist es dann natürlich völlig egal, dass „The Circle“, das schreiben die alle ?ja auch, offenbar aus vielen hölzernen Dialogen mit klischee­satten Figuren in einer dramaturgisch unterkomplexen Versuchsanordnung besteht. ?Es kann einem doch keiner weismachen, dafür würde sich freiwillig die halbe Kulturredak­tion der „Zeit“ zu Wort melden. Oder dass sie bei der „Frank­furter Allgemeinen Sonntags­zeitung“ gleich das ganze ver­-?dammte Feuilleton mit Eggers’ 560-Seiter zutexten. „Roman unserer Epoche“, my ass! ?Die stecken doch alle unter einer Decke, aber so was von unter einer. Aber jetzt wachen wir auf. Wir legen dieses „The Circle“ einfach mutig beiseite. Und schlagen statt­dessen ?“An einem Tag für rote Schuhe“ von Kerstin Grether auf. Das lesen wir durch. Vorn vorn ?bis hinten. Nehmt das, Mainstream-Medien! Das habt Ihr nun davon.

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