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Erik Heier über Regionalkrimis

Erik Heier über Regionalkrimis
Mit Regionalkrimis ist es ein bisschen so wie mit dem „Tatort“ beziehungsweise dem „Polizeiruf„. Jede deutsche Gegend braucht einen. Sonst existiert sie vermutlich nur auf dem Papier. Brandenburg war bislang in der Literatur kriminell unterversorgt. Vielleicht hatten die Schriftsteller einfach zu viel Mitleid, Märker zu meucheln. ?In der Uckermark oder im Oderbruch zum Beispiel wohnen ja jetzt schon so wenig Leute. Einmal beschrieb ein Autor namens Lars Franke einen Oberförster, der im Odertal Mörder suchen durfte, weil er sowohl eine Uniform als auch ein Gewehr besaß. Das ist aber schon einige Jahre her. In diesem Herbst jedoch kommt Leben in die märkische Krimi­landschaft. Genauer gesagt: das Gegenteil. Beim Berliner Schriftsteller Zoran Drvenkar verschwinden in seinem Thriller „Still“ Kinder in der Tiefe des eisigen Waldes. Das alles ist nicht durchgehend logisch, aber schockgefrierend spannend. Lakonischer bringt der Journalist Maxim Leo von der „Berliner Zeitung“, jetzt auch „Tatort“-Drehbuchautor, Schrecken ins Oderbruch. Sein Kommissar Daniel Voss kriegt es in alter Heimat ?mit einem jagd­affinen Killer zu tun, der seinen Opfern Tannen­zweige in den Totenmund legt. Leo nennt „Waidmannstod“ übrigens „Der erste Fall für Kommissar Voss“. Also, Krimi?­leser, merket auf. Dieses Brandenburg gibt es wirklich.

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