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„Feiertage“ von Erik Heier

Feste feiern. Soll man ja. Irgendwas ist immer. Einer geht noch. So jung kommen wir nicht mehr zusammen. Weißt du noch? Nee. Ist auch egal. Schön war‘s trotzdem. Hoch die Tassen. Feste feiern, wie sie fallen. Und die fallen jetzt. Aber sowas von. Zum Beispiel beim Aufbau Verlag: 70. Geburtstag. Zum Jubiläumsfest am 5. September wird Vodka gereicht. Auf der Kreuzberger Dachterrasse. 70 Jahre. Hätte man vor ein paar Jahren auch nicht drauf wetten wollen. Damals, 2008. Als Aufbau, das „letzte große publizistische Relikt der DDR-Kultur“ („FAZ“), am Abgrund stand. Insolvenz, komplizierte Geschichte um einen Treuhand-Deal, überstanden. Und noch ein Geburtstag: Rowohlt Berlin, 25 Jahre. Auch so eine Nach-Wende-Geschichte. Osteuropäische Autoren als Fokus. Zwischenzeitlich Bedeutungsebbe. Jetzt, das Line-up beim Sommerfest im Literarischen Colloquium Berlin (29. August, ab 14.30 Uhr) zeigt es, wieder gut dabei. F.C Delius, Herfried Münkler, Kirsten Fuchs, Horst Evers. Ullrich Mathes liest Wolfgang Herrndorf. Erdmöbel spielt Songs. Und nicht zuletzt: 20 Jahre Verbrecher Verlag. Bei der nächsten Verbrecher Versammlung am 8. September, 20.30 Uhr, in der Fahimi Bar (Kreuzberg) wird Sekt gereicht, hört man. Zumal ein Verlagsbuch, „Bodentiefe Fenster“ von Anke Stelling, für den Deutschen Buchpreis nominiert ist (wie aus Berlin auch Alina Bronsky, Jenny Erpenbeck, Inger-Maria Mahlke und Ulrich Peltzer). Hoch die Tassen also. Hinterher ein kleiner Kater, vielleicht. Auch egal. Ich freu mich drauf.

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