Bücher

„Festivalsaison“ von Erik Heier

Erik Heier
Das nächste neue Berliner Literaturfestival ist da. In Mitte, rund um die Torstraße. Vom 24. bis 30. April. Es heißt Read!Berlin (www.read.berlin). Etwas eigentümliche Schreib­weise. Aber das gehört ja mittlerweile dazu. In Prenzlauer Berg haben sie ihr Festival im März literatur:BERLIN getauft. Da fragt man sich ja, ob in den Schulen nach der Schreibschrift als Nächstes die Groß- und Klein­schreibung zur Disposition steht. Kümmert bei Twitter ja auch keinen. In der Poesie ist das sowieso öfter so. Weshalb Tweet Poetry eine logische Folge ist – und übrigens bei Read!Berlin auf dem Programm steht. Wie die Festival-Macher, unter anderem der Tucholsky-Buchhändler Jörg Braunsdorf, der Journalist und Buchautor Christian Stahl und die Orlando-Verlegerin Anna Mandalka, überhaupt interessante Konzepte zurechtgelegt haben, um sich von der Literaturfestivallandschaft abzuheben. So werden neben neuen Büchern (Eva Ruth Wemme, Mark Terkessidis, Annika Reich) ältere Werke (Lili Grün) wieder­entdeckt. Die YouTuberin Marie Meimberg kuratiert einen digitalen Salon für Poesie. In der Gesprächs­reihe Speak!Berlin gibt es eine Zwischenbilanz zu „Drei Jahre Hate Poetry“. Und Helmut Kuhn leitet einen literarischen Spaziergang zu den Orten seines Romans „Gehwegsschäden“. Wie überhaupt die Stadt selbst das Hauptthema des Festivals ist. Ort der Widersprüche. Und das ist jede Menge Lesestoff. Der reicht auf Jahre.

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