Bücher

„Fragen“ von Erik Heier

Erik Heier
Michel Houellebecq hat erklären lassen, er werde seinen neuen, ein islamisches Frankreich kon­­?struierenden Roman „Unter­werfung“, den der tip auf der rechten Seite rezensiert, zuächst nicht bewerben. Einer der Opfer des Mordanschlags auf die Satire­zeitschrift „Charlie Hebdo“, Bernard Maris, war ein Freund des französischen Schriftstellers. Es ist ein Irrsinn, dass die (nach allem, was bei Redaktionschluss bekannt ist) islamistischen Atten­?täter ausgerechnet am Erscheinungstag des Buches in Paris ihr Massaker bei einer Zeitschrift anrichteten, auf deren Titelbild auch noch Houellebecq durch den Kakao gezogen wird. Man kann an Zufälle glauben, man kann es auch sein lassen. Es ist einfach zu absurd. So grausam absurd. Noch so ein Zufall ist, dass gerade jetzt der japanische Schriftsteller Haruki Murakami unter die Lebensberater geht. Nicht nur mit seinen Büchern, da ist das ja im Preis mit inbegriffen. Sondern als echter „Kummerkasten-Onkel“. Am 15. Januar, dem Erscheinungstag dieses tip, soll unter dem Titel „Murakami-san no tokoro“ – „der Platz von Herrn Murakami“ – eine Website frei­?geschaltet werden. Leser können dort Fragen an ihn schicken. Er werde sie alle beantworten, heißt es. Zu seinen, Murakamis, Vor­?lieben und Abneigungen. Aber ?er wolle auch bei der Bewältigung persönlicher Probleme der Fragesteller helfen. Seit der ver­?gangenen Woche gibt es ein paar Fragen mehr, die ich an das Leben habe. Keine Ahnung, ob Murakami sie wirklich beantworten kann. Aber ein Versuch wäre es doch wert.

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