Bücher

Frank Spilkers Debütroman

Was ist das nur für eine Generation, die glaubt, wenn die Freundin mit einem Schluss macht, habe man schon genug erlebt, um einen Roman zu schreiben? Frank Spilker ist bekannt als Sänger der Hamburger Band „Die Sterne“, auch schon 47 und debütiert nun als Buchautor.
Sein Held mit dem sprechenden Namen Thomas Troppelmann ist am Boden, Andrea hat ihn sitzen lassen. Die Cover, die er macht, sind out, weil Tonträger out sind. Und als er in der Depression auch noch vergisst, die Miete für sein Kreativbüro „Tropical Design“ zu zahlen, droht der Swinger-Club nebenan zu expandieren. Thomas flieht mit der Bahn in die Vergangenheit. Landet in Hildesheim im Bett einer Bekannten. Besucht in Dortmund seine Erzeuger. Arbeitet im Schwarzwald ein Kindheitstrauma auf. Irgendwo hat man das schon mal besser gelesen? Stimmt: bei Kracht („Faserland“), Stuckrad-Barre („Soloalbum“), Brüggemeyer („Das Da-Da-Dasein“). Aber hier: pubertäre Ich-Prosa. Belanglos. Sprache ohne Höhepunkte. Der Roman von Frank Spilker ist nur eine Sternschnuppe.  

Text: Welf Grombacher
tip-Bewertung: Ärgerlich

Frank Spilker: „Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen“
Hoffmann & Campe, 158 S., 19,99 Ђ

 

weitere Buch-Notizen:

Die Aufrechten am Karl-August-Platz: Knud Kohr nähert sich ­seinen
Alltagshelden in „Helden wie ihr„, aber er tritt ihnen nie zu nahe.  

Der Journalist Ulrich Gutmair hat sich in Die ersten Tage von Berlin. Der Sound der Wende  auf die Spuren des Berliner Sounds in den 90er-Jahren begeben

Berliner Nachtleben: Susanne Gretters Anthologie mit 24 Autoren über „Berlin bei Nacht“ 

Syriens bekanntester Schriftsteller Fawwaz Haddad lässt in „Gottes
blutiger Himmel“
einen Vater im Irak um seinen Sohn kämpfen – der bei
Al-Qaida ist

In Hernan Riviera Leteliers neuem Roman: Die Liebestäuschung geht es um das ungewöhnliche Leben in der Atacama-Wüste.

Die Geschichte einer Freundschaft und einer Dreiecksbeziehung: Torsten Schulz’ Roman „Nilowsky“

Rainer Merkels afrikanisches Roadmovie „Bo“  Die Reise eines 13-jährigen Deutschen quer durch die Einmillionenstadt Monrovia

Pola Kinski: „Kindermund“
Folter in vielen Variationen: Pola Kinski offenbart in „Kindermund“ den jahrelangen Missbrauch durch ihren Vater Klaus Kinski

Mark Twain: Meine geheime Autobiografie“
Ein Jahrhundert nach seinem Tod erscheinen Mark Twains gesammelte Erinnerungen in aller gebotenen Vollständigkeit.

Jenny Erpenbeck: „Aller Tage Abend“  Jenny Erpenbeck verlängert in „Aller Tage Abend“ viermal ein eigentlich schon abgeschlossenes Schicksal

 

Kultur und Freizeit in Berlin

 

Mehr über Cookies erfahren