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„#FreeFayadh“ von Erik Heier


Dem palästinensisch-stämmigen Lyriker und Kurator, dessen Projekte, so schrieb die „Süddeutsche“, sich mit einer Gesellschaft im Wandel und dem kulturellen Austausch mit dem Westen beschäftigen, wurde vorgeworfen, er habe einem anderen Mann gegenüber Gott, den Propheten Mohammed und den Staat beleidigt. Außerdem hätte er ihm seinen Gedichtband „Instructions Within“ geschenkt, der angeblich Atheismus propagierte, fünf Jahre zuvor erschienen und längst vergriffen war. Saudi-Arabien ist bekannt für seine sehr strikte Auslegung der Scharia.Und für gute Wirtschaftsbeziehungen mit dem Westen. Auf Fayadhs Handy fand die Polizei Fotos von ihm mit Frauen. Der Poet wurde zunächst auf Kaution entlassen, am 1. Januar 2014 jedoch wieder verhaftet. All das berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Im Mai 2014 wurde Fayadh zu vier Jahren Gefängnis und 800 Peitschenhieben verurteilt. Nachdem eine Berufungsinstanz das Urteil aufgehoben hatte, verurteilte ihn ein Gericht am 17. November 2015  zum Tode – wegen Apostasie: Abfall vom Islam. Für den 14. Januar ruft das Internationale Literaturfestival Berlin zu weltweiten Lesungen von Texten Fayadhs auf, in Berlin sind unter anderem das HAU 2, die Lettrйtage, das Indieberlin-Büro im Gewerbehof Bülowbogen und diverse Schulen dabei. Das Todesurteil ist auch eine Schande für alle, die nichts dagegen unternehmen.

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