Bücher

„Früh dran“ von Erik Heier

Erik Heier

„Wenn ich groß bin, werd ich Dichter“ ist ein Buch wie ein ­großer Kindergeburtstag, mit 33 Gästen, was normalerweise für Eltern eine Vorstellung ist, die direkt in den Wahnsinn und zu spätabendlichem Alkohol­über­schuss­gebrauch führen kann. Das ist bei Schriftstellern natürlich anders, die können sich benehmen, es sind schließlich keine Rock- oder Popmusikkünstler. In besagtem von Florian Werner herausgegebenen Buch stellen 33 deutsche Autoren der jüngeren Generation ganz frühe Texte vor. Zum Teil wirklich aus dem Kindesalter, was zum Beispiel bei Helene Hegemann ganz unbedingt zutrifft, weil sie acht Jahre alt war, als sie ein Rezept für eine Gemüsesuppe aufschrieb. Was wiederum zu ihrer späteren Arbeitsweise passt, Literatur eher zu kompilieren als zu kreieren. Michael Ebmeyer fand ein Gedicht aus einer Schülerzeitung („Er ritt auf seines Rappens Rücken/Mit unverkennbarem Entzücken“) und David Wagner ein reich illustriertes Tagebuch, in dem seine Eltern und die ältere Schwester notierten, was dem kleinen David so alles wiederfuhr. Zum Beispiel, als ihm mit vier Jahren St. Martins Pferd auf den Zeh trat. Das war sicher schmerzhaft! Am 26. März, 20 Uhr, ist Wagner im Roten Salon bei der Buchvorstellung dabei, wie auch Marion Brasch, Lucy Fricke, Christopher Peters, Antje Rбvic Strubel, Benedict Wells. Allein die Kinderfotos im Buch sind ja toll. Schon, weil sie zeigen, dass es Literaten nicht mit der Geburt gegeben war, auf Fotos nicht lächeln zu können. Das kam später.

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